Product safety & manufacturer information
The Texlock GmbH will provide the following information in accordance with EU Regulation 2023/988.
Hersteller: Texlock GmbH
Postanschrift: Ludwig-Hupfeld-Str. 16, 04178 Leipzig (Deutschland)
E-Mail: support@tex-lock.com
Legal situation
REGULATION (EU) 2023/988 OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCIL
from 10 May 2023
on general product safety, amending Regulation (EU) No 1025/2012 of the European Parliament and of the Council and Directive (EU) 2020/1828 of the European Parliament and of the Council and repealing Directive 2001/95/EC of the European Parliament and of the Council and Council Directive 87/357/EEC
(Text with EEA relevance)
DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION —
gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, insbesondere auf Artikel 114,
Having regard to the proposal from the European Commission,
After transmission of the draft legislative act to the national parliaments,
Having regard to the opinion of the European Economic and Social Committee (1),
in accordance with the ordinary legislative procedure (2),
Whereas
(1) In der Richtlinie 2001/95/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (3) requires that consumer products must be safe and that the market surveillance authorities of the Member States must take action against dangerous products and exchange information on them via the Union Rapid Information Exchange System (RAPEX).
(2) Die Richtlinie 2001/95/EG muss in Anbetracht der Entwicklungen im Zusammenhang mit neuen Technologien und Online-Verkäufen überarbeitet und aktualisiert werden, um für Kohärenz mit den Entwicklungen der Harmonisierungsrechtsvorschriften und Normungsrechtsvorschriften der Union, eine bessere Funktionsweise von Produktsicherheitsrückrufen sowie einen klareren Rahmen für die bisher durch die Richtlinie 87/357/EWG des Rates (4) regulierten Nachahmungen von Lebensmitteln zu sorgen. Im Interesse der Klarheit sollten die Richtlinien 2001/95/EG und 87/357/EWG aufgehoben und durch die vorliegende Verordnung ersetzt werden.
(3) Eine Verordnung ist das geeignete Rechtsinstrument, da sie klare und ausführliche Vorschriften enthält, die keinen Raum für eine abweichende Umsetzung durch die Mitgliedstaaten lassen. Durch die Entscheidung für eine Verordnung anstelle einer Richtlinie können auch im Hinblick auf das Ziel der Kohärenz mit dem Rechtsrahmen für die Marktüberwachung von Produkten, die in den Anwendungsbereich der Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union fallen, bei dem das geltende Rechtsinstrument ebenfalls eine Verordnung ist — nämlich die Verordnung (EU) 2019/1020 des Europäischen Parlaments und des Rates (5) -better results can be achieved. Ultimately, this decision and the associated harmonised application of product safety regulations throughout the Union will further reduce the regulatory burden.
(4) Mit der vorliegenden Verordnung soll zur Erreichung der in Artikel 169 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) genannten Ziele beigetragen werden. Insbesondere sollen die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher und das Funktionieren des Binnenmarkts im Hinblick auf Produkte, die für Verbraucher bestimmt sind, gewährleistet werden.
(5) This Regulation should aim to protect consumers and their safety as one of the fundamental principles of the Union legal framework enshrined in the Charter of Fundamental Rights of the European Union („the Charter“). Dangerous products can have a significant negative impact on consumers and citizens. All consumers, including vulnerable groups such as children, the elderly and people with disabilities, have the right to safe products. Consumers should have sufficient means at their disposal to enforce this right, just as Member States should have appropriate tools and measures at their disposal to enforce this Regulation.
(6) Die Union hat zwar bereichsspezifische Harmonisierungsrechtsvorschriften ausgearbeitet, in denen es um die Sicherheitsaspekte bestimmter Produkte oder Produktkategorien geht, es ist aber praktisch unmöglich, für alle bestehenden oder potenziell zu entwickelnden Verbraucherprodukte Unionsrecht zu erlassen. Es bedarf daher eines breit angelegten bereichsübergreifenden Rechtsrahmens, um Lücken zu schließen und Bestimmungen in bestehenden oder künftigen bereichsspezifischen Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union zu ergänzen und einen Verbraucherschutz, der ansonsten durch diese Rechtsvorschriften nicht gegeben ist, sicherzustellen, insbesondere mit Blick auf das angestrebte hohe Schutzniveau für die Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher, wie es in den Artikeln 114 und 169 AEUV gefordert wird.
(7) At the same time, as regards products covered by sectoral Union harmonisation legislation, the scope of the different parts of this Regulation should be clearly defined in order to avoid overlaps and to ensure a clear legal framework.
(8) Während einige Bestimmungen der vorliegenden Verordnung, etwa die meisten Pflichten von Wirtschaftsakteuren, nicht für Produkte gelten sollten, die von Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union abgedeckt sind, ergänzen bestimmte andere Bestimmungen der vorliegenden Verordnung die Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union und sollten daher auf derartige Produkte Anwendung finden. Insbesondere das allgemeine Produktsicherheitsgebot und die damit verbundenen Bestimmungen sollten für Verbraucherprodukte gelten, die unter Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union fallen, falls bestimmte Arten von Risiken durch die betreffenden Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union nicht abgedeckt sind. Die Bestimmungen der vorliegenden Verordnung bezüglich der Pflichten der Anbieter von Online-Marktplätzen, der Pflichten von Wirtschaftsakteuren bei Unfällen, des Rechts auf Auskunft und auf Abhilfe für Verbraucher sowie Produktsicherheitsrückrufen sollten für Produkte gelten, die unter die Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union fallen, soweit diese Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union keine speziellen Bestimmungen mit dem gleichen Zweck enthalten. Gleichermaßen wird das RAPEX gemäß Artikel 20 der Verordnung (EU) 2019/1020 bereits für die Zwecke der Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union verwendet: Die Bestimmungen der vorliegenden Verordnung zur Regelung des Safety-Gate und zu dessen Funktionsweise sollten daher für Produkte gelten, die unter die Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union fallen.
(9) Products designed for exclusively professional use but subsequently placed on the consumer market should also be subject to this Regulation as they could, under reasonably foreseeable conditions, jeopardise the health and safety of consumers.
(10) Medicinal products need to be assessed before being placed on the market, including a specific risk-benefit analysis. Those products should therefore be excluded from the scope of this Regulation.
(11) Durch Unionsrecht über Lebens- und Futtermittel und damit zusammenhängende Bereiche wird ein spezielles System eingerichtet, das die Sicherheit der von ihnen erfassten Produkte gewährleistet. Für Lebens- und Futtermittel gibt es nämlich einen eigenen Rechtsrahmen, der insbesondere durch die Verordnung (EG) Nr. 178/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates (6) geschaffen wird. Darüber hinaus werden Lebens- und Futtermittel auch durch die Verordnung (EU) 2017/625 des Europäischen Parlaments und des Rates (7) geregelt, die einen harmonisierten Ansatz in Bezug auf amtliche Kontrollen zur Überprüfung der Einhaltung des Lebens- und Futtermittelrechts sowie der Vorschriften über Tiergesundheit und Tierschutz sicherstellt. Lebens- und Futtermittelprodukte sollten daher nicht in den Anwendungsbereich der vorliegenden Verordnung fallen, mit Ausnahme von Materialien und Gegenständen, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, sofern es um Risiken geht, die nicht unter die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates (8) or other legislation specifically applicable to foodstuffs, which relate exclusively to chemical and biological food risks.
(12) Für lebende Pflanzen gilt ein eigener Rechtsrahmen, der insbesondere in der Verordnung (EU) 2016/2031 des Europäischen Parlaments und des Rates (9) and takes into account the specific characteristics of these products to ensure consumer safety.
(13) Tierische Nebenprodukte sind Materialien tierischen Ursprungs, die vom Menschen nicht verzehrt werden. Für derartige Produkte wie etwa Futtermittel gilt ein eigener Rechtsrahmen, der insbesondere in der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates (10) is defined.
(14) Für Pflanzenschutzmittel (auch als Pestizide bezeichnet) gelten auf der Grundlage der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates (11) specific provisions for their authorisation at national level; they should therefore also be excluded from the scope of this Regulation.
(15) Luftfahrzeuge gemäß Artikel 2 Absatz 3 Buchstabe d der Verordnung (EU) 2018/1139 des Europäischen Parlaments und des Rates (12) are subject to regulatory control by the Member States due to their limited risk to civil aviation safety. Those aircraft should therefore be excluded from the scope of this Regulation.
(16) The requirements laid down in this Regulation should apply to used products or products that have been repaired, remanufactured or recycled and re-enter the supply chain in the course of a commercial activity, with the exception of those products that consumers cannot reasonably expect to fulfil current safety standards, such as products explicitly presented as products in need of repair or remanufacturing or made available on the market as collectors' items of historical importance.
(17) Services should not be covered by this Regulation. However, in order to protect the health and safety of consumers, products supplied or made available to consumers in the context of the provision of services or to which consumers are directly exposed during the provision of a service should fall within the scope of this Regulation. However, means of transport by which consumers move or travel should not be covered by this Regulation where such means of transport are directly operated by service providers in the context of a transport service, as they should be treated in relation to the safety of the service provided.
(18) Antiquitäten, wie etwa Kunstgegenstände oder Sammlerstücke, sind besondere Produktkategorien, von denen nicht erwartet werden kann, dass sie die in dieser Verordnung festgelegten Sicherheitsanforderungen erfüllen, und sollten daher vom Anwendungsbereich dieser Verordnung ausgenommen werden. Um zu verhindern, dass andere Produkte fälschlicherweise diesen Kategorien zugeordnet werden, muss jedoch berücksichtigt werden, dass Kunstgegenstände Produkte sind, die ausschließlich zu künstlerischen Zwecken geschaffen wurden, dass Sammlerstücke von ausreichender Seltenheit und von geschichtlichem oder wissenschaftlichem Interesse sind, die ihre Sammlung und Bewahrung rechtfertigen, und dass Antiquitäten, wenn sie nicht bereits Kunstgegenstände oder Sammlerstücke oder beides sind, ein außergewöhnliches Alter aufweisen. Bei der Bewertung, ob ein Produkt eine Antiquität wie etwa ein Kunstgegenstand oder ein Sammlerstück ist, könnte Anhang IX der Richtlinie 2006/112/EG des Rates (13) can be used.
(19) The World Health Organisation defines the term „health“ as a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity.
(20) This Regulation should also apply to distance selling, including online sales. Online sales have shown constant and steady growth, giving rise to new business models, new product safety challenges and new market players such as online marketplace providers.
(21) Where a product is offered for sale online or by any other means of distance selling, the product should be deemed to be made available on the market if the offer for sale is addressed to consumers in the Union. In accordance with the applicable Union rules in the area of private international law, a case-by-case assessment should determine whether an offer is made to consumers in the Union. An offer for sale should be considered to be addressed to consumers in the Union if the economic operator concerned directs its activities in any way to a Member State. The case-by-case assessments should take into account relevant factors such as the geographical areas to which dispatch is possible, the available languages used for the offer or order, the means of payment, the use of the currency of the Member State or a domain name registered in one of the Member States. The mere accessibility of the economic operators' or online marketplace providers' website in the Member State in which the consumer is established or resident is not sufficient as a criterion for online sales.
(22) In accordance with the general safety requirement laid down in this Regulation, economic operators should be obliged to place only safe products on the market. Such a high level of safety should be achieved primarily through the design and characteristics of the device, taking into account the intended and foreseeable use and the intended and foreseeable conditions of use of the device. Any residual risks should be minimised by specific safety precautions, such as warnings and instructions.
(23) The safety of a product should be assessed taking into account all relevant aspects of the product, including in particular its characteristics, such as physical, mechanical and chemical properties, and its presentation, as well as the specific needs and risks presented by the product for certain categories of consumers likely to use the products, in particular children, the elderly and persons with disabilities. These risks may also include environmental risks if they pose a risk to the health and safety of consumers. This assessment should take into account the health risk posed by digitally connected products, including the risk to mental health, in particular for vulnerable consumers, especially children. Therefore, when assessing the safety of digitally connected products that may have an impact on children, manufacturers should ensure that the products they make available on the market are designed to meet the highest standards of protection, safety and privacy in the interest of children. Where specific information is required to make a product safe for a particular category of person, the availability and accessibility of that information should also be taken into account when assessing the safety of those products. When assessing the safety of all products, it should be taken into account that the product must be safe throughout its life cycle.
(24) Objects that are connected to other objects or non-embedded objects that affect how another object functions may pose a risk to the safety of the product. This aspect should be duly considered as a potential risk. The connections and interactions of an object with external objects should not affect its safety.
(25) New technologies could introduce new risks to the health and safety of consumers or change the way in which existing risks could materialise, for example in the case of an external intervention hacking a product or changing its characteristics. New technologies could significantly change the original product, for example through software updates, so that it should subsequently be subject to a new risk assessment if this significant change has an impact on the safety of the product.
(26) Certain cybersecurity risks that have an impact on consumer safety, protocols and certifications can be addressed in sector-specific legislation. However, in cases where such sector-specific legislation does not apply, it should be ensured that the relevant economic operators and national authorities take into account risks related to new technologies when designing or assessing products in order to ensure that changes made to the product do not jeopardise its safety.
(27) Zur Förderung einer wirksamen und kohärenten Anwendung des in dieser Verordnung festgelegten allgemeinen Sicherheitsgebots ist es wichtig, dass bestimmte Produkte und Risiken erfassende europäische Normen genutzt werden. Europäische Normen, deren Fundstellen gemäß der Richtlinie 2001/95/EG veröffentlicht sind, sollten weiterhin als Grundlage für die Vermutung der Konformität mit dem in dieser Verordnung festgelegten allgemeinen Sicherheitsgebot gelten. Von der Kommission in Übereinstimmung mit der Richtlinie 2001/95/EG erteilte Normungsaufträge sollten als Normungsaufträge im Sinne dieser Verordnung angesehen werden. Werden verschiedene Risiken oder Risikokategorien von derselben Norm abgedeckt, so begründet die Konformität eines Produkts mit dem Teil der Norm, der das betreffende Risiko oder die betreffende Risikokategorie abdeckt, auch eine Vermutung der Sicherheit des Produkts selbst hinsichtlich des betreffenden Risikos oder der betreffenden Risikokategorie.
(28) Muss nach Ansicht der Kommission durch eine europäische Norm sichergestellt werden, dass bestimmte Produkte dem in dieser Verordnung festgelegten allgemeinen Sicherheitsgebot genügen, so sollte die Kommission mit Bezug auf die entsprechenden Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates (14) mandate one or more European standardisation organisations to draw up or specify a standard that ensures that products complying with the standard are considered safe.
(29) Products may pose different risks to different genders and standardisation should take this into account in order to avoid discrepancies in safety and thus a safety gap between genders. The Declaration on Gender Equitable Standards of the United Nations Economic Commission for Europe sets out several actions that national standardisation bodies and standardisation organisations should include in their action plan for gender-sensitive standards and standards development in order to achieve gender-equitable, representative and inclusive standards.
(30) Zusammen mit der Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012 sollte ein spezielles Verfahren für die Annahme spezifischer Sicherheitsanforderungen mit Unterstützung des in der vorliegenden Verordnung vorgesehenen Sonderausschusses eingeführt werden.
(31) In Ermangelung europäischer Normen sollte das nationale Recht des Mitgliedstaats, in dem das Produkt auf dem Markt bereitgestellt wird, zur Festlegung von Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen mit dem Unionsrecht, insbesondere den Artikeln 34 und 36 AEUV, in Einklang stehen.
(32) Depending on their role in the supply chain, economic operators should have proportionate obligations in relation to the safety of products so as to ensure a high level of protection of the health and safety of consumers, while guaranteeing the efficient functioning of the internal market. All economic operators that are part of the supply and distribution chain should take appropriate measures to ensure that they only make available on the market products that are safe and in conformity with this Regulation. It is necessary to ensure a clear and proportionate distribution of obligations that correspond to the role of each actor in the supply and distribution process. For example, as regards the verification that the manufacturer and, where applicable, the importer have fulfilled their obligations, the distributor should only be obliged to carry out factual verifications and not to assess the information they provide. The information on the identification of the product and the economic operators as well as instructions and safety information could additionally be provided by the economic operators in digital form by means of electronic solutions, such as a QR code or a data matrix code.
(33) Manufacturers should draw up technical documentation for the devices they place on the market, which should contain the information necessary to demonstrate the safety of those devices. The technical documentation should be based on an internal risk analysis carried out by the manufacturer. The amount of information to be provided in the technical documentation should be proportionate to the complexity of the device and the potential risks identified by the manufacturer. In particular, manufacturers should provide a general description of the device and the elements necessary for the assessment of its safety. In the case of complex devices or devices presenting potential risks, a more detailed description of the device may be required as part of the information to be provided. In such cases, an analysis of these risks and the technical means used to minimise or eliminate the risks should also be included. Where the product complies with European standards or other elements used to fulfil the general safety requirement laid down in this Regulation, the list of relevant European standards and other elements should also be provided.
(34) Any natural or legal person who places a device on the market under his own name or trade mark or who substantially modifies a device in such a way that compliance with the requirements of this Regulation could be affected should be considered to be the manufacturer and should assume the obligations of the manufacturer.
(35) A physical or digital modification of a product could affect the nature and characteristics of the product in a way that was not foreseen in the original risk assessment of the product and that could jeopardise the safety of the product. Such a change should therefore be considered as a substantial modification and, if not made by or on behalf of the consumer, should result in the product being considered as a new product from another manufacturer. In order to ensure compliance with the general safety requirement laid down in this Regulation, the person making the substantial modification should be considered to be the manufacturer and should be subject to the same obligations. This requirement should only apply to the modified part of the device, provided that the modification does not affect the device as a whole. In order to avoid an unnecessary and disproportionate burden, the person making the substantial modification should not be obliged to repeat tests and draw up new documentation in relation to aspects of the product that are not affected by the modification. It should be for the person making the substantial modification to demonstrate that the modification has no impact on the device as a whole.
(36) Internal compliance procedures enabling economic operators to ensure internally the effective and expeditious fulfilment of their obligations, as well as the conditions for a timely response in the event of a dangerous product, should be established by the economic operators themselves.
(37) In order to prevent the placing on the market of dangerous products, economic operators should be required to establish internal procedures in their production or commercialisation activities to ensure compliance with the relevant requirements of this Regulation. Such internal procedures should be defined by the economic operators themselves in relation to their role in the supply chain and the nature of the products concerned and may be based, for example, on organisational procedures, guidelines, standards or the appointment of an ad hoc administrator. The establishment and format of these internal procedures should remain the sole responsibility of the economic operators concerned.
(38) It is essential that all economic operators and online marketplace providers cooperate with market surveillance authorities in order to eliminate or mitigate risks posed by products made available on the market. However, the requests addressed to them by market surveillance authorities should be tailored to their role in the supply chain and to their respective legal obligations.
(39) Durch den direkten Verkauf über Online-Kanäle durch Wirtschaftsakteure, die außerhalb der Union niedergelassen sind, wird das Vorgehen der Marktüberwachungsbehörden gegen gefährliche Produkte in der Union behindert, da die Wirtschaftsakteure in vielen Fällen weder eine Niederlassung noch einen gesetzlichen Vertreter in der Union haben. Es ist daher notwendig, dass die Marktüberwachungsbehörden angemessene Befugnisse und Mittel haben, um den Online-Verkauf gefährlicher Produkte auf wirksame Weise anzugehen. Um die wirksame Durchsetzung dieser Verordnung zu gewährleisten, sollte die in Artikel 4 Absätze 1, 2 und 3 der Verordnung (EU) 2019/1020 festgelegte Pflicht auf Produkte ausgeweitet werden, die nicht den Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union unterliegen, um sicherzustellen, dass es einen in der Union niedergelassenen verantwortlichen Wirtschaftsakteur gibt, der mit den Aufgaben im Hinblick auf solche Produkte betraut ist, damit die Marktüberwachungsbehörden einen Ansprechpartner haben und, sofern dies angesichts der möglicherweise mit einem Produkt verbundenen Risiken angemessen ist, bestimmte Aufgaben rechtzeitig ausgeführt werden, um für die Sicherheit der Produkte zu sorgen. Zu diesen bestimmten Aufgaben sollten regelmäßige Kontrollen im Hinblick auf die Übereinstimmung mit den technischen Unterlagen, den Produkt- und Herstellerinformationen, den Anweisungen und den Sicherheitsinformationen gehören.
(40) In order to facilitate verifications throughout the supply chain, the contact details of economic operators established in the Union and responsible for products falling within the scope of this Regulation should be provided with the product
(41) In order to enable economic operators that are small and medium-sized enterprises (SMEs), including microenterprises, to cope with the new obligations imposed by this Regulation, the Commission should provide them with practical guidance and tailored advice, such as a direct channel through which experts can be contacted in case of questions, taking into account the need for simplification and the need to limit the administrative burden.
(42) Die verlässliche Identifizierung von Produkten und die Bereitstellung von Informationen über den Hersteller und andere relevante Wirtschaftsakteure in der gesamten Lieferkette tragen dazu bei, die beteiligten Wirtschaftsakteure zu ermitteln und gegebenenfalls mit wirksamen und verhältnismäßigen Korrekturmaßnahmen, wie etwa gezielten Rückrufen, auf gefährliche Produkte zu reagieren. Die Identifizierung der Produkte und die Bereitstellung von Informationen über den Hersteller und andere relevante Wirtschaftsakteure sorgen somit dafür, dass Verbraucher, einschließlich Menschen mit Behinderungen, und Marktüberwachungsbehörden zutreffende Informationen über gefährliche Produkte erhalten, was das Vertrauen in den Markt stärkt und unnötige Handelsstörungen vermeidet. Die Produkte sollten daher Angaben aufweisen, die eine Identifizierung des Produkts selbst sowie die Ermittlung des Herstellers und gegebenenfalls des Einführers und weiterer relevanter Wirtschaftsakteure ermöglichen. Diese Anforderungen könnten für bestimmte Arten von Produkten, die wahrscheinlich ein ernstes Risiko für die Gesundheit und Sicherheit von Verbrauchern darstellen, durch ein System zur Erhebung und Speicherung von Daten verschärft werden, das neben der Identifizierung des Produkts auch die Identifizierung seiner Bestandteile oder der an seiner Lieferkette beteiligten Wirtschaftsakteure ermöglicht. Dies gilt unbeschadet der Informationspflichten gemäß der Richtlinie 2011/83/EU des Europäischen Parlaments und des Rates (15) in relation to the essential characteristics of the goods, to the extent appropriate to the medium and the nature of the goods. An image should be considered as a photograph, illustration or other pictographic element that allows easy identification of a product or potential product.
(43) Ensuring that manufacturers report accidents caused by a product that they have made available on the market will provide market surveillance authorities with better information and will allow for a better identification of potentially dangerous product categories. Rules on product liability of economic operators for defective products are laid down in specific Union law and such reporting and collection of data should therefore not be considered as an admission of liability for a defective product or as an acknowledgement of liability under the relevant Union or national law.
(44) In order to identify emerging risks and other market developments relevant to product safety at an early stage, all interested parties, including consumer or business organisations, should be encouraged to provide the market surveillance authorities and the Commission with information available to them for the purpose of detecting and investigating infringements of this Regulation.
(45) As they allow economic operators to reach a larger number of consumers, online marketplace providers play a crucial role in the supply chain and thus also for the product safety system.
(46) In the context of the new complex business models related to online sales, the same undertaking may offer a variety of services. Depending on the nature of the services provided for a given product, the same undertaking may fall under different categories of business models under this Regulation. If a company only provides online intermediation services for a specific product, it would only be considered as a provider of an online marketplace for that product. If the same undertaking provides online marketplace services for the sale of a specific product under this Regulation and also acts as an economic operator, it would also be considered to be the economic operator concerned. In such a case, the company concerned would therefore have to fulfil the obligations applicable to the economic operator concerned. For example, if the provider of the online marketplace also distributes a product, it would be considered a trader in relation to the sale of the distributed product. Similarly, if the company in question sells its own branded products, it would act as a manufacturer and would therefore have to fulfil the requirements applicable to manufacturers. Some companies may also be considered fulfilment service providers if they offer fulfilment services. The cases in question would therefore have to be assessed on a case-by-case basis.
(47) In Anbetracht der wichtigen Rolle, die Anbieter von Online-Marktplätzen bei der Vermittlung des Verkaufs von Produkten zwischen Händlern und Verbrauchern spielen, sollten diese Akteure mehr Verantwortung in Bezug auf die Verhinderung des Online-Verkaufs gefährlicher Produkte tragen. Die Richtlinie 2000/31/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (16) enthält den allgemeinen Rahmen für den elektronischen Geschäftsverkehr und es werden darin bestimmte Pflichten für Online-Plattformen festgeschrieben. In der Verordnung (EU) 2022/2065 des Europäischen Parlaments und des Rates (17) wird die Verantwortung und die Rechenschaftspflicht von Anbietern von Online-Vermittlungsdiensten im Hinblick auf illegale Inhalte einschließlich gefährlicher Produkte geregelt. Jene Verordnung gilt unbeschadet der im Unionsrecht auf dem Gebiet des Verbraucherschutzes und der Produktsicherheit festgeschriebenen Regeln. Aufbauend auf dem durch jene Verordnung geschaffenen horizontalen Rechtsrahmen sollten im Einklang mit Artikel 2 Absatz 4 Buchstabe f jener Verordnung spezifische Anforderungen, die zur wirksamen Verhinderung des Online-Verkaufs gefährlicher Produkte erforderlich sind, eingeführt werden. Soweit in der vorliegenden Verordnung die Anforderungen an die Produktsicherheit festgelegt werden, die Anbieter von Online-Marktplätzen erfüllen müssen, um die Einhaltung bestimmter Bestimmungen der Verordnung (EU) 2022/2065 sicherzustellen, sollten diese Anforderungen die Anwendung der Verordnung (EU) 2022/2065, die für diese Anbieter von Online-Marktplätzen weiterhin gilt, unberührt lassen.
(48) The Product Safety Pledge, which was first signed in 2018 and has since been joined by a number of online marketplace providers, contains a number of voluntary commitments on product safety. The Product Safety Pledge has proven to be useful in terms of increasing consumer protection against dangerous products sold online. In order to strengthen consumer protection by preventing harm to life, limb, health and safety and to ensure fair competition in the internal market, online marketplace providers are encouraged to make these voluntary commitments so that dangerous products already withdrawn from the market are not re-listed. The use of technology and digital processes and improvements to alert systems, in particular the safety gate portal, can enable the automatic identification and transmission of notified dangerous products and the performance of automatic spot checks using the safety gate portal.
(49) Online marketplace providers should act with due diligence in relation to product safety content provided on their online interfaces in accordance with the specific obligations laid down in this Regulation. Accordingly, this Regulation should impose due diligence obligations on all online marketplace providers in relation to the product safety content provided on their online interfaces.
(50) Des Weiteren sollten sich Anbieter von Online-Marktplätzen für den Zweck einer wirksamen Marktüberwachung im Safety-Gate-Portal registrieren und im Safety-Gate-Portal ihre zentrale Kontaktstelle angeben, um die Kommunikation zu Produktsicherheitsfragen zu vereinfachen. Die Kommission sollte dafür sorgen, dass die Registrierung einfach und benutzerfreundlich ist. Bei der zentralen Kontaktstelle im Rahmen der vorliegenden Verordnung kann es sich um die Kontaktstelle gemäß Artikel 11 der Verordnung (EU) 2022/2065 handeln, ohne dass dadurch das Ziel, Produktsicherheitsfragen schnell und zielgerichtet zu behandeln, beeinträchtigt wird.
(51) Anbieter von Online-Marktplätzen sollten eine zentrale Kontaktstelle für Verbraucher benennen. Diese zentrale Kontaktstelle sollte als zentrale Anlaufstelle für die Kommunikation mit Verbrauchern über Fragen der Produktsicherheit dienen, die dann an die zuständige Dienstleistungsstelle eines Online-Marktplatzes weitergeleitet werden können. Dies sollte nicht verhindern, dass Verbrauchern zusätzliche Kontaktstellen für bestimmte Dienstleistungen zur Verfügung gestellt werden. Bei der zentralen Kontaktstelle im Rahmen dieser Verordnung kann es sich um die Kontaktstelle gemäß Artikel 12 der Verordnung (EU) 2022/2065 handeln.
(52) Online marketplace providers should have an internal mechanism for dealing with product safety-related issues in order to fulfil their obligations under this Regulation, in particular with regard to the timely and effective compliance with orders from public authorities, the processing of notifications by third parties and, upon request, cooperation with market surveillance authorities in the context of corrective actions.
(53) Gemäß Artikel 14 Absatz 4 der Verordnung (EU) 2019/1020 haben Marktüberwachungsbehörden die Befugnis, die Entfernung von Inhalten von einer Online-Schnittstelle, in der auf die betreffenden Produkte Bezug genommen wird, zu verlangen oder die ausdrückliche Anzeige eines Warnhinweises für Endnutzer, die auf die Online-Schnittstelle zugreifen, zu verlangen, sofern es keine anderen wirksamen Mittel gibt, ein ernstes Risiko zu beseitigen. Die Befugnisse, die den Marktüberwachungsbehörden durch Artikel 14 Absatz 4 der Verordnung (EU) 2019/1020 übertragen werden, sollten auch für die vorliegende Verordnung gelten. Um eine wirksame Marktüberwachung im Rahmen der vorliegenden Verordnung zu gewährleisten und zu verhindern, dass gefährliche Produkte auf dem Unionsmarkt vorhanden sind, sollten diese Befugnisse in allen Fällen, in denen dies erforderlich und angemessen ist, und auch für Produkte, die ein nicht ernstes Risiko darstellen, gelten. Es ist von wesentlicher Bedeutung, dass die Anbieter von Online-Marktplätzen solchen Anordnungen unverzüglich nachkommen. In der vorliegenden Verordnung sollten daher in dieser Hinsicht verbindliche Fristen eingeführt werden. Diese Befugnisse sollten gemäß Artikel 9 der Verordnung (EU) 2022/2065 ausgeübt werden.
(54) Orders that also require the online marketplace provider to remove from its online interface any identical content relating to the offer of a dangerous product referred to in the order should identify, on the basis of the information displayed by traders, the elements that constitute identical offers and allow the online marketplace provider to remove identical offers, where the online marketplace provider is not required to carry out an independent assessment of such content.
(55) Where the Safety Gate rapid alert system does not contain a precise Uniform Resource Locator (URL) address and, where necessary, other information to identify the content relating to an offer of a dangerous product, online marketplace providers should nevertheless take into account the information submitted, such as product identifiers (if available) and other traceability information, where appropriate, when taking any action on their own initiative to detect, identify, remove or disable access to such dangerous products offered on their online marketplaces. However, the safety gate portal should be modernised and updated to make it easier for online marketplace providers to identify unsafe products, including by making it possible to implement the provisions of this Regulation on the removal of content relating to an offer of a dangerous product from online interfaces through a reporting system designed and developed within the safety gate portal
(56) Die durch die vorliegende Verordnung vorgeschriebenen Pflichten für Anbieter von Online-Marktplätzen sollten nicht auf eine allgemeine Pflicht hinauslaufen, die von ihnen übermittelten oder gespeicherten Informationen zu überwachen, oder Anbietern von Online-Marktplätzen auferlegen, aktiv nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit, beispielsweise auf den Online-Verkauf gefährlicher Produkte, hinweisen. Um die Haftungsfreistellung für Hosting-Dienste nach der Richtlinie 2000/31/EG und der Verordnung (EU) 2022/2065 in Anspruch zu nehmen, sollten Anbieter von Online-Marktplätzen Inhalte, die sich auf ein Angebot eines gefährlichen Produkts beziehen, dennoch unverzüglich von ihren Online-Schnittstellen entfernen, sobald ihnen die Inhalte, die sich auf ein Angebot eines gefährlichen Produkts beziehen, tatsächlich bekannt oder — im Falle von Schadensersatzansprüchen — bewusst werden, insbesondere in Fällen, in denen dem Anbieter eines Online-Marktplatzes Tatsachen oder Umstände zur Kenntnis gebracht wurden, auf deren Grundlage ein sorgfältiger Wirtschaftsakteur die Rechtswidrigkeit hätte feststellen müssen. Anbieter von Online-Marktplätzen sollten gemäß Artikel 16 der Verordnung (EU) 2022/2065 eingegangene Meldungen über Inhalte, die sich auf ein Angebot eines gefährlichen Produkts beziehen, innerhalb der in der vorliegenden Verordnung festgelegten zusätzlichen Fristen bearbeiten. Darüber hinaus werden Anbieter von Online-Marktplätzen dazu angehalten, Produkte anhand des Safety-Gate-Portals zu prüfen, bevor sie diese auf ihre Schnittstelle stellen.
(57) Für die Zwecke des Artikels 22 der Verordnung (EU) 2022/2065 und im Hinblick auf die Sicherheit von online verkauften Produkten sollte der Koordinator für digitale Dienste Verbraucherorganisationen und Vereinigungen, die die Interessen von Verbrauchern vertreten, sowie andere einschlägige Interessenträger auf ihren Antrag hin als vertrauenswürdige Hinweisgeber betrachten, sofern die im vorgenannten Artikel genannten Bedingungen erfüllt sind.
(58) Die Rückverfolgbarkeit von Produkten ist für eine wirksame Marktüberwachung gefährlicher Produkte und für Korrekturmaßnahmen von grundlegender Bedeutung. Außerdem sollten Verbraucher über Offline- und Online-Vertriebskanäle, einschließlich beim Kauf von Produkten über Online-Marktplätze, gleichermaßen vor gefährlichen Produkten geschützt werden. Aufbauend auf den Bestimmungen der Verordnung (EU) 2022/2065 über die Nachverfolgbarkeit von Unternehmern sollten die Anbieter von Online-Marktplätzen keine Einträge eines bestimmten Produktangebots auf ihren Plattformen zulassen, sofern der Unternehmer nicht alle in der vorliegenden Verordnung beschriebenen Informationen zur Produktsicherheit und Rückverfolgbarkeit bereitgestellt hat. Diese Informationen sollten zusammen mit dem Produkteintrag angezeigt werden, sodass Verbraucher über Online- und Offline-Kanäle die gleichen Informationen erhalten können. Die Anbieter von Online-Marktplätzen sollten allerdings nicht dafür verantwortlich sein, die Vollständigkeit, Richtigkeit und Genauigkeit der Informationen selbst zu überprüfen, da die Pflicht zur Rückverfolgbarkeit der Produkte nach wie vor beim betreffenden Unternehmer liegt.
(59) Es ist ebenfalls wichtig, dass Anbieter von Online-Marktplätzen in Bezug auf die Sicherheit von Produkten eng mit den Marktüberwachungsbehörden, den Unternehmern und den relevanten Wirtschaftsakteuren zusammenarbeiten. In Artikel 7 Absatz 2 der Verordnung (EU) 2019/1020 wird Anbietern von Diensten der Informationsgesellschaft eine Pflicht zur Zusammenarbeit mit den Marktüberwachungsbehörden in Bezug auf von der vorgenannten Verordnung abgedeckte Produkte auferlegt. Diese Pflicht sollte daher auf alle Verbraucherprodukte ausgeweitet werden. Beispielsweise verbessern Marktüberwachungsbehörden stetig die technologischen Instrumente, die sie für die Online-Marktüberwachung verwenden, um online verkaufte gefährliche Produkte zu identifizieren. Damit diese Instrumente funktionsfähig sind, sollten Anbieter von Online-Marktplätzen Zugang zu ihren Schnittstellen gewähren. Des Weiteren sollten Marktüberwachungsbehörden zum Zweck der Produktsicherheit ferner die Möglichkeit haben, auf begründeten Antrag hin Daten von einer Online-Schnittstelle zu extrahieren, wenn Anbieter von Online-Marktplätzen oder Online-Verkäufer technische Hindernisse errichtet haben. Anbieter von Online-Marktplätzen sollten auch bei Produktrückrufen und Unfallmeldungen zusammenarbeiten.
(60) Zwischen dem Rechtsrahmen für die Marktüberwachung von Produkten, die unter die Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union fallen, gemäß der Verordnung (EU) 2019/1020 und dem Rechtsrahmen für die Marktüberwachung von Produkten, die unter die vorliegende Verordnung fallen, sollte eine größtmögliche Kohärenz bestehen. Im Hinblick auf Marktüberwachungstätigkeiten, Pflichten, Befugnisse, Maßnahmen und die Zusammenarbeit zwischen den Marktüberwachungsbehörden müssen daher die Bestimmungen der beiden Rechtsrahmen aufeinander abgestimmt werden. Zu diesem Zweck sollten Artikel 10, Artikel 11 Absätze 1 bis 7, die Artikel 12 bis 15, Artikel 16 Absätze 1 bis 5, die Artikel 18 und 19 und die Artikel 21 bis 24 der Verordnung (EU) 2019/1020 auch für Produkte gelten, die unter die vorliegende Verordnung fallen.
(61) Gemäß der Verordnung (EU) Nr. 952/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates (18) (Union Customs Code), products from third countries intended to be made available on the Union market or intended for private use or consumption in the customs territory of the Union shall be placed under the customs procedure „release for free circulation“. This procedure aims to fulfil the formalities required for the importation of the goods, including the enforcement of the applicable provisions of Union law, so that these goods can be made available on the market like all goods produced in the Union. As regards consumer safety, those products shall comply with this Regulation and, in particular, with the general safety requirement laid down in this Regulation.
(62) Kapitel VII der Verordnung (EU) 2019/1020 zur Festlegung von Vorschriften für die Kontrollen von Produkten, die auf den Unionsmarkt gelangen, gilt bereits unmittelbar für Produkte, die von der vorliegenden Verordnung abgedeckt sind. Die Behörden, die für diese Kontrollen zuständig sind, sollten sie auf der Grundlage von Risikoanalysen nach den Artikeln 46 und 47 der Verordnung (EU) Nr. 952/2013, den Durchführungsrechtsvorschriften und entsprechenden Leitlinien durchführen. Daher wird mit der vorliegenden Verordnung weder in irgendeiner Weise Kapitel VII der Verordnung (EU) 2019/1020 noch die Art und Weise verändert, wie die Behörden, die für die Kontrollen von Produkten, die auf den Unionsmarkt gelangen, zuständig sind, sich organisieren und ihre Tätigkeiten durchführen.
(63) Die Mitgliedstaaten sollten sicherstellen, dass gegen alle von ihren zuständigen Behörden im Rahmen der vorliegenden Verordnung ergriffenen Maßnahmen wirksame gerichtliche Rechtsbehelfe gemäß Artikel 47 der Charta eingelegt werden können.
(64) Nationale Behörden sollten in die Lage versetzt werden, traditionelle Marktüberwachungstätigkeiten, die auf die Sicherheit von Produkten ausgerichtet sind, durch Marktüberwachungstätigkeiten zu ergänzen, die auf interne Konformitätsverfahren ausgerichtet sind, welche Wirtschaftsakteure zur Sicherstellung der Produktsicherheit einsetzen. Marktüberwachungsbehörden sollten vom Hersteller verlangen dürfen, dass er angibt, welche anderen Produkte — die mit dem gleichen Verfahren produziert werden oder die gleichen Komponenten enthalten, welche als Risiko erachtet werden oder zur gleichen Produktionscharge gehören — von dem gleichen Risiko betroffen sind.
(65) Member States should also ensure that market surveillance authorities have sufficient expertise and resources for all their enforcement activities
(66) An exchange of information on the application of this Regulation between the Member States and the Commission should be established on the basis of output indicators allowing the effectiveness of Union legislation on product safety to be measured
(67) There should be an effective, rapid and accurate exchange of information on dangerous products to ensure that appropriate measures are taken in relation to those products and thus to protect the health and safety of consumers.
(68) RAPEX should be modernised to enable more efficient corrective action to be taken across the Union in relation to products posing a risk beyond the territory of a single Member State. It is appropriate to change the acronym of the system from „RAPEX“ to „Safety-Gate“ in order to clarify its name and improve its outreach to consumers. The Safety Gate comprises three elements: firstly, a rapid alert system for dangerous non-food products, through which national authorities and the Commission can exchange information on these products (Safety Gate rapid alert system); secondly, a web portal to inform the public, including the possibility of submitting complaints (Safety Gate portal); and thirdly, a web portal that enables companies to fulfil their obligation to report dangerous products and accidents to the authorities and consumers (Safety Business Gateway). There should be interfaces between the various Safety Gate elements. The Safety Gate rapid alert system is the internal system through which authorities and the Commission exchange information on measures relating to dangerous products and which may contain confidential information. An extract of alerts should be published on the Safety Gate portal to inform the public about dangerous products. The Safety Business Gateway is the web portal through which companies inform the market surveillance authorities of the Member States about dangerous products and accidents. The Commission should develop a technical solution to ensure that the information entered by companies into the Safety Business Gateway, which is intended to alert consumers, can be made available to consumers on the Safety Gate portal without delay. In addition, the Commission should develop an interoperable interface so that online marketplace providers can easily, quickly and reliably link their interfaces to the safety gateway.
(69) Die Mitgliedstaaten sollten über das Schnellwarnsystem Safety Gate sowohl verbindliche als auch freiwillige Korrekturmaßnahmen melden, die die mögliche Vermarktung eines Produkts verhindern, einschränken oder ihr spezielle Bedingungen auferlegen, weil dieses Produkt ein ernstes Risiko für die Gesundheit und Sicherheit von Verbrauchern oder — bei Produkten, die unter die Verordnung (EU) 2019/1020 fallen — für einschlägige öffentliche Interessen von Endnutzern darstellt.
(70) Gemäß Artikel 34 der Verordnung (EU) 2019/1020 melden die Behörden der Mitgliedstaaten es über das in jenem Artikel genannte Informations- und Kommunikationssystem, wenn sie Maßnahmen in Bezug auf Produkte ergreifen, die unter die vorgenannte Verordnung fallen und die ein nicht ernstes Risiko darstellen; Korrekturmaßnahmen in Bezug auf Produkte, die unter die vorliegende Verordnung fallen und ein nicht ernstes Risiko darstellen, könnten hingegen auch über das Schnellwarnsystem Safety Gate gemeldet werden. Die Mitgliedstaaten und die Kommission sollten der Öffentlichkeit Informationen zu Gesundheits- und Sicherheitsrisiken, die für Verbraucher aufgrund von Produkten bestehen, zur Verfügung stellen. Für Verbraucher und Unternehmen empfiehlt es sich, dass alle Informationen zu Korrekturmaßnahmen, die in Bezug auf Produkte mit einem ernsten Risiko ergriffen wurden, im Schnellwarnsystem Safety Gate enthalten sind, sodass der Öffentlichkeit relevante Informationen zu gefährlichen Produkten über das Safety-Gate-Portal zur Verfügung gestellt werden können. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass all diese Informationen in der Amtssprache bzw. den Amtssprachen des Mitgliedstaats, in dem der Verbraucher seinen Wohnsitz hat, verfügbar sind und dass sie klar und verständlich formuliert werden. Die Mitgliedstaaten werden daher angehalten, alle Korrekturmaßnahmen in Bezug auf Produkte, die ein Risiko für die Gesundheit und Sicherheit von Verbrauchern darstellen, über das Schnellwarnsystem Safety Gate zu melden.
(71) Falls die Informationen über das Informations- und Kommunikationssystem gemäß der Verordnung (EU) 2019/1020 gemeldet werden müssen, besteht die Möglichkeit, dass diese Meldungen direkt im Schnellwarnsystem Safety Gate übermittelt werden oder dass sie aus dem in Artikel 34 der Verordnung (EU) 2019/1020 genannten Informations- und Kommunikationssystem für die Marktüberwachung generiert werden. Zu diesem Zweck sollte die Kommission die für die Übertragung von Informationen zwischen diesem Informations- und Kommunikationssystem und dem Schnellwarnsystem Safety Gate eingerichtete Schnittstelle unterhalten und weiterentwickeln, um doppelte Dateneinträge zu verhindern und diese Übertragung zu erleichtern.
(72) The Commission should maintain and further develop the Safety Business Gateway web portal to enable economic operators to fulfil their obligations to notify market surveillance authorities and consumers of dangerous products that they have made available on the market. It should enable a fast and efficient exchange of information between economic operators and national authorities and facilitate the transmission of information from economic operators to consumers.
(73) There might be cases where a serious risk needs to be addressed at Union level and the risk cannot be contained satisfactorily by measures taken by the Member State concerned or by other procedures in accordance with Union law. This could be the case in particular with regard to emerging risks or risks affecting vulnerable consumers. For this reason, the Commission should be able to adopt measures on its own initiative or at the request of a Member State. These measures should be adapted to the gravity and urgency of the situation. It is also necessary to provide for an appropriate mechanism by which the Commission could adopt immediately applicable provisional measures.
(74) The determination of the risk of a product and its level is based on a risk assessment carried out by the relevant actors. In the course of such risk assessment, Member States may reach different conclusions as to whether a risk exists and at what level. This could jeopardise the proper functioning of the internal market and the level playing field for consumers and economic operators. A mechanism should therefore be established through which the Commission could issue an opinion on the subject matter of the dispute.
(75) Die Kommission sollte einen regelmäßigen Bericht über die Anwendung des Mechanismus nach Artikel 29 erstellen, der dem europäischen Netzwerk der für Produktsicherheit zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten gemäß dieser Verordnung (im Folgenden „Netzwerk für Verbrauchersicherheit“) vorgelegt werden sollte. In diesem Bericht sollten die wichtigsten von den Mitgliedstaaten angewandten Kriterien für die Risikobewertung und ihre Auswirkungen auf den Binnenmarkt und auf ein gleiches Verbraucherschutzniveau ermittelt werden, um den Mitgliedstaaten und der Kommission zu ermöglichen, die Ansätze und Kriterien für die Risikobewertung zu harmonisieren.
(76) Das Netzwerk für Verbrauchersicherheit fördert die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten bei der Durchsetzung der Produktsicherheit. Es erleichtert insbesondere den Informationsaustausch, die Organisation gemeinsamer Marktüberwachungstätigkeiten sowie den Austausch von Fachwissen und bewährten Verfahren. Es sollte auch zur Harmonisierung der Methodiken zur Erhebung von Daten über die Produktsicherheit sowie zur Verbesserung der Interoperabilität zwischen regionalen, sektoralen, nationalen und europäischen Informationssystemen für Produktsicherheit beitragen. Das Netzwerk für Verbrauchersicherheit sollte bei Koordinierungs- und Kooperationstätigkeiten des Unionsnetzwerks für Produktkonformität gemäß der Verordnung (EU) 2019/1020 immer dann ordnungsgemäß vertreten sein und an diesen teilnehmen, wenn die Koordinierung von Tätigkeiten, die in den Anwendungsbereich beider Verordnungen fallen, erforderlich ist, um ihre Wirksamkeit sicherzustellen.
(77) Um die Kohärenz des Rechtsrahmens für die Marktüberwachung zu erhalten und gleichzeitig für eine wirksame Zusammenarbeit zwischen dem Netzwerk für Verbrauchersicherheit und dem Unionsnetzwerk für Produktkonformität zu sorgen, das eine strukturierte Koordinierung und Zusammenarbeit zwischen den Durchsetzungsbehörden der Mitgliedstaaten und der Kommission gemäß der Verordnung (EU) 2019/1020 zum Ziel hat, bedarf es der Verbindung des Netzwerks für Verbrauchersicherheit mit dem Unionsnetzwerk für Produktkonformität im Hinblick auf die Tätigkeiten gemäß den Artikeln 11, 12, 13 und 21 der Verordnung (EU) 2019/1020.
(78) Market surveillance authorities should carry out joint activities with other authorities or with organisations representing economic operators or consumers in order to promote the safety of products and to identify dangerous products, including products offered for sale online. In doing so, market surveillance authorities and, where appropriate, the Commission should ensure that the choice of products and manufacturers and the activities carried out do not lead to situations which could distort competition or jeopardise the objectivity, independence and impartiality of the parties. Market surveillance authorities should make the agreements on joint activities available to the public as soon as possible, provided that publication does not jeopardise the effectiveness of the activities to be carried out.
(79) The Commission should organise at regular intervals a joint activity in which market surveillance authorities should check products purchased online or offline using a concealed identity, in particular those products that are most frequently notified through the safety gate.
(80) Concurrent coordinated control measures („sweeps“) are specific enforcement actions that could further improve product safety and should therefore be carried out to detect infringements of this Regulation, both online and offline. Sweeps should be carried out in particular when market developments, consumer complaints or other indications suggest that certain products or product categories frequently present a serious risk.
(81) Es sollte grundsätzlich dafür gesorgt werden, dass den Behörden vorliegende Informationen über Produktsicherheit öffentlich zugänglich sind. Bei der Bereitstellung der Informationen zur Produktsicherheit für die Öffentlichkeit sollte jedoch das in Artikel 339 AEUV genannte Berufsgeheimnis in einer Weise gewahrt werden, die mit dem Erfordernis vereinbar ist, die Wirksamkeit der Marktüberwachungstätigkeiten und der Schutzmaßnahmen sicherzustellen.
(82) Complaints are important to sensitise national authorities to the safety and effectiveness of monitoring and control activities in relation to dangerous products. Member States should therefore give consumers and other interested parties, such as consumer organisations and economic operators, the possibility to lodge complaints.
(83) The public interface of the Safety Gate rapid alert system, the Safety Gate portal, allows the public, including consumers, economic operators and online marketplace providers, to be informed about corrective actions taken in relation to dangerous products present on the Union market. A dedicated section of the Safety Gate portal allows consumers to inform the Commission about products on the market that pose a risk to the health and safety of consumers. Where appropriate, the Commission should take appropriate follow-up action, in particular by transmitting this information to the national authorities concerned. The Safety Gate database and website should be easily accessible to persons with disabilities.
(84) After verifying the accuracy of the information provided by consumers and other interested parties, the Commission should ensure appropriate follow-up. In particular, the Commission should forward the information to the Member States concerned so that the competent market surveillance authority can act as required. It is important that consumers and other interested parties are properly informed of the Commission's action.
(85) If a product that has already been sold to consumers proves to be dangerous, it may need to be recalled in order to protect consumers in the Union. Consumers may not realise that they are the owners of a recalled product. To improve the effectiveness of recalls, it is therefore important to better reach the consumers concerned. Direct contact is the most effective way to increase consumer awareness of recalls and encourage them to take action. It is also the preferred method of communication for all consumer groups. To ensure the safety of consumers, it is important that they are informed quickly and reliably. Economic operators and, where applicable, online marketplace providers should therefore use any customer data available to them to inform consumers about recalls and safety alerts related to the products they have purchased. It is therefore necessary to impose a legal obligation on economic operators and online marketplace providers to use any customer data they already hold to inform consumers about recalls and safety alerts. In this respect, economic operators and online marketplace providers should ensure that the possibility to contact customers directly in case of recalls or safety alerts concerning them is included in existing customer loyalty programmes and product registration systems, where customers are asked to provide the manufacturer with some information such as their name, contact details, product model or serial number on a voluntary basis after purchasing a product. The mere fact that recalls are addressed to consumers should not prevent economic operators and online marketplace providers from making all customers aware of a product recall notice, nor from offering remedies to other end-users. Economic operators and online marketplace providers should be encouraged to take such measures, in particular in the case of micro and small enterprises acting as consumers.
(86) Consumers should be encouraged to register products in order to receive information on recalls and safety alerts. The power to adopt implementing acts should be delegated to the Commission in respect of specifying that, for certain products or categories of products, consumers should always have the possibility to register a product they have purchased in order to be directly informed of a recall or a safety alert related to the product. When determining the products or categories of products to which that requirement applies, due account should be taken of the life cycle of the products or categories of products concerned, the risks posed by the products, the frequency of recalls and the category of users of the products, in particular vulnerable consumers.
(87) One third of consumers continue to use dangerous products after they have seen a recall notice, in particular because recall notices are complicated or present the existing risk as low. Recall notices should therefore be clear and transparent and clearly describe the existing risk, avoiding terms, expressions and other elements that could affect consumers' perception of risk. Consumers should also have the possibility to obtain further information via a freephone number or another interactive tool if necessary.
(88) Um Verbraucher dazu zu bringen, auf Rückrufe zu reagieren, ist es wichtig, dass das von Verbrauchern verlangte Handeln so einfach wie möglich ist und dass die angebotenen Abhilfemaßnahmen wirksam und kostenfrei sind sowie zeitnah erfolgen. In der Richtlinie (EU) 2019/771 des Europäischen Parlaments und des Rates (19) sind für den Fall der Vertragswidrigkeit physischer Waren, die zum Zeitpunkt der Lieferung besteht und innerhalb des von den Mitgliedstaaten gemäß Artikel 10 Absatz 3 jener Richtlinie festgelegten Haftungszeitraums offenbar wird, vertragliche Abhilfen für Verbraucher vorgesehen. Artikel 14 der Richtlinie (EU) 2019/770 des Europäischen Parlaments und des Rates (20) also applies to physical data carriers such as DVDs, CDs, USB sticks and memory cards used as carriers of digital content. However, situations where dangerous products are recalled from the market justify a specific set of rules that should be applied without prejudice to contractual remedies, as they pursue different objectives. While contractual remedies serve the purpose of remedying the non-conformity of the goods, recall remedies serve both to remove dangerous products from the market and to provide adequate redress to the consumer. Consequently, there are major differences between the two types of possible remedies: First, in the case of a product recall under this Regulation, there should be no time limit for seeking redress; second, consumers should have the right to seek redress from the economic operator concerned, but not necessarily from the trader. Furthermore, in the event of a recall, consumers should not have to prove that the product is dangerous.
(89) Since the remedies in case of recall of a dangerous product and the remedies in case of lack of conformity of goods have different objectives, consumers should use the system that corresponds to the situation. For example, if consumers receive a recall notice with a description of the remedies available to them, they should act in accordance with the instructions in the recall notice. However, they should not be deprived of the possibility to seek redress from the seller due to the lack of conformity of the dangerous goods.
(90) Sobald Verbraucher im Anschluss an einen Rückruf Abhilfe erhalten haben, haben sie keinen Anspruch auf Abhilfe wegen Vertragswidrigkeit der Ware aus Gründen im Zusammenhang mit der Tatsache, dass die Ware gefährlich war, da die Vertragswidrigkeit nicht mehr besteht. Auch haben Verbraucher, wenn sie ihr Recht auf Abhilfe gemäß der Richtlinie (EU) 2019/770 oder der Richtlinie (EU) 2019/771 geltend machen, keinen Anspruch auf Abhilfe gemäß dieser Verordnung wegen desselben Sicherheitsproblems. Wenn jedoch andere Anforderungen an die Vertragsmäßigkeit derselben Ware nicht erfüllt sind, bleibt der Verkäufer für diese Vertragswidrigkeit der Ware auch dann haftbar, wenn dem Verbraucher im Anschluss an einen Rückruf eines gefährlichen Produkts Abhilfe gewährt wurde.
(91) Wirtschaftsakteure, die einen Produktrückruf veranlassen, sollten den Verbrauchern von den Möglichkeiten Reparatur, Ersatz oder angemessene Erstattung des Wertes des zurückgerufenen Produkts mindestens zwei Möglichkeiten anbieten, es sei denn, dies ist nicht möglich oder unverhältnismäßig. Wenn Verbrauchern mehrere Abhilfemaßnahmen zur Auswahl angeboten werden, kann dies die Wirksamkeit eines Rückrufs verbessern. Darüber hinaus sollten Anreize wie Rabatte oder Gutscheine gefördert werden, um die Verbraucher zu motivieren, sich an einem Rückruf zu beteiligen, damit die Wirksamkeit von Rückrufen verbessert wird. Die Reparatur des Produkts sollte nur dann als mögliche Abhilfemaßnahme erachtet werden, wenn die Sicherheit des reparierten Produkts sichergestellt werden kann. Der Erstattungsbetrag sollte unbeschadet einer weiteren Entschädigung gemäß nationalem Recht mindestens dem vom Verbraucher gezahlten Preis entsprechen. Ist kein Nachweis für den gezahlten Preis verfügbar, so sollte dennoch eine angemessene Erstattung des Wertes des zurückgerufenen Produkts gewährt werden. Im Falle des Rückrufs des körperlichen Datenträgers für digitale Inhalte im Sinne des Artikels 2 Nummer 1 der Richtlinie (EU) 2019/770 sollte die Erstattung, wie in Artikel 16 Absatz 1 jener Richtlinie vorgesehen, sämtliche vom Verbraucher im Rahmen des Vertrags gezahlten Beträge umfassen. Jegliche Abhilfe sollte das Recht des Verbrauchers auf Schadenersatz nach nationalem Recht unberührt lassen.
(92) Abhilfemaßnahmen, die im Falle eines Produktsicherheitsrückrufs angeboten werden, sollten weder zu einer übermäßigen Belastung für die Verbraucher noch zu einer Gefährdung der Verbraucher führen. Umfasst die Abhilfemaßnahme auch die Entsorgung des zurückgerufenen Produkts, so sollte diese Entsorgung unter gebührender Berücksichtigung der auf Unionsebene und nationaler Ebene festgelegten Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele erfolgen. Darüber hinaus sollte die Reparatur durch Verbraucher nur dann als mögliche Abhilfemaßnahme erachtet werden, wenn sie vom Verbraucher leicht und sicher durchgeführt werden kann, zum Beispiel durch den Austausch einer Batterie oder durch Abschneiden übermäßig langer Zuziehkordeln an einem Kleidungsstück für Kinder, sofern dies in der Rückrufanzeige vorgesehen ist. Darüber hinaus sollte die Reparatur durch den Verbraucher die Rechte der Verbraucher gemäß den Richtlinien (EU) 2019/770 und (EU) 2019/771 unberührt lassen. Daher sollten die Wirtschaftsakteure in derartigen Fällen die Verbraucher nicht dazu verpflichten, ein gefährliches Produkt zu reparieren.
(93) This Regulation should also encourage economic operators and online marketplace providers to enter into voluntary agreements with competent authorities, the Commission or organisations representing consumers or economic operators to undertake voluntary obligations in relation to product safety that go beyond the legal obligations laid down in Union law.
(94) Die Verbraucher sollten berechtigt sein, ihre Rechte in Bezug auf die Pflichten, die Wirtschaftsakteuren oder Anbietern von Online-Marktplätzen gemäß dieser Verordnung auferlegt werden, durch Verbandsklagen gemäß der Richtlinie (EU) 2020/1828 des Europäischen Parlaments und des Rates (21) durchzusetzen. Zu diesem Zweck sollte in dieser Verordnung vorgesehen werden, dass die Richtlinie (EU) 2020/1828 auf Verbandsklagen wegen Verstößen gegen diese Verordnung Anwendung findet, die den Kollektivinteressen von Verbrauchern schaden oder schaden können. Folglich sollte Anhang I jener Richtlinie entsprechend geändert werden. Es obliegt den Mitgliedstaaten, dafür zu sorgen, dass sich diese Änderung in den Umsetzungsmaßnahmen, die sie gemäß jener Richtlinie erlassen, niederschlägt, wenngleich der Erlass diesbezüglicher nationaler Umsetzungsmaßnahmen keine Voraussetzung dafür ist, dass die Richtlinie auf diese Verbandsklagen Anwendung findet. Die genannte Richtlinie sollte ab dem Geltungsbeginn dieser Verordnung auf Verbandsklagen gegen Verstöße durch Wirtschaftsakteure oder Anbieter von Online-Marktplätzen gegen Bestimmungen dieser Verordnung Anwendung finden, sofern die Verstöße den Kollektivinteressen von Verbrauchern schaden oder schaden können. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten sich die Verbraucher auf die Anwendbarkeit der Richtlinie (EU) 2020/1828 gemäß Anhang I Nummer 8 jener Richtlinie berufen können.
(95) The Union should be able to cooperate with third countries or international organisations in the framework of agreements concluded between the Union and third countries or international organisations, or agreements concluded between the Commission and authorities of third countries or international organisations, and to exchange product safety-related information with regulatory authorities of third countries or international organisations, including in order to prevent dangerous products from circulating on the market. Such cooperation and exchange of information should respect Union rules on confidentiality and protection of personal data. The exchange of personal data should only take place insofar as it is necessary for the sole purpose of protecting the health or safety of consumers.
(96) The systematic exchange of information between the Commission and third countries or international organisations on the safety of consumer products and on preventive, restrictive and corrective actions should be based on reciprocity, which implies an equivalent but not necessarily identical exchange of information for mutual benefit. An exchange of information with a third country producing goods destined for the Union market could consist of the Commission transmitting selected information contained in the Rapid Alert System Safety Gate on products from that third country. In return, that third country could provide information on the follow-up measures taken on the basis of the notifications received. Such co-operation could contribute to the objective of containing dangerous products at source and preventing them from entering the Union market.
(97) In order to ensure a strong deterrent effect on economic operators and, where applicable, online marketplace providers, preventing the placing on the market of dangerous products, penalties should be proportionate to the nature of the infringement, the potential benefit for the economic operator or online marketplace provider and the nature and gravity of the infringement suffered by the consumer. The penalties should be effective, proportionate and dissuasive.
(98) When imposing penalties, due account should be taken of the nature, gravity and duration of the breach concerned. The imposition of penalties should be proportionate and in accordance with Union and national law, including applicable procedural safeguards and the principles of the Charter.
(99) Im Hinblick auf die Identifizierung und Rückverfolgbarkeit von Produkten, die möglicherweise ein ernstes Risiko für die Gesundheit und Sicherheit von Verbrauchern darstellen, sollte der Kommission die Befugnis, Rechtsakte gemäß Artikel 290 AEUV zu erlassen, übertragen werden, um ein hohes Gesundheits- und Sicherheitsniveau für die Verbraucher zu erhalten; außerdem sollte ihr diese Befugnis im Hinblick auf das Funktionieren des Schnellwarnsystems Safety Gate übertragen werden, um insbesondere die Modalitäten und Verfahren für den Austausch von Informationen zu den über das Schnellwarnsystem Safety Gate mitgeteilten Maßnahmen und Kriterien für die Bewertung des Risikoniveaus festzulegen. Es ist von besonderer Bedeutung, dass die Kommission im Zuge ihrer Vorbereitungsarbeit angemessene Konsultationen, auch auf der Ebene von Sachverständigen, durchführt, die im Einklang mit den Grundsätzen erfolgen, die in der Interinstitutionellen Vereinbarung vom 13. April 2016 über bessere Rechtsetzung (22) have been laid down. In particular, to ensure equal participation in the preparation of delegated acts, the European Parliament and the Council receive all documents at the same time as Member States' experts, and their experts systematically have access to meetings of Commission expert groups dealing with the preparation of delegated acts.
(100) Damit einheitliche Bedingungen für die Durchführung dieser Verordnung gewährleistet sind, sollten der Kommission Durchführungsbefugnisse übertragen werden, um die spezifischen Sicherheitsanforderungen zu erlassen und die Output-Indikatoren festzulegen, auf deren Grundlage die Mitgliedstaaten Daten zur Durchführung dieser Verordnung übermitteln müssen, die Aufgaben und Funktionen der zentralen nationalen Kontaktstellen zu spezifizieren, Maßnahmen zum Vorgehen der Union gegen Produkte zu ergreifen, die ein ernstes Risiko darstellen, die Modalitäten für die Übermittlung von Informationen von Verbrauchern im Safety-Gate-Portal zu erlassen, die Umsetzung der interoperablen Schnittstelle des Safety-Gate-Portals festzulegen, die Anforderungen für die Registrierung von Produkten für Zwecke des Produktsicherheitsrückrufs festzulegen sowie die Mustervorlage für Rückrufanzeigen zu verabschieden. Diese Befugnisse sollten im Einklang mit der Verordnung (EU) Nr. 182/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates (23) ausgeübt werden.
(101) The Commission should adopt immediately applicable implementing acts where, in duly justified cases relating to the health and safety of consumers, imperative grounds of urgency so require.
(102) The Commission should carry out an evaluation of the implementation of the penalties laid down in this Regulation with regard to their effectiveness and dissuasive effect and, if appropriate, adopt a legislative proposal for their enforcement.
(103) Gewisse Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012 sollten geändert werden, um die Besonderheiten der vorliegenden Verordnung zu berücksichtigen, und zwar insbesondere die Tatsache, dass spezifische Sicherheitsanforderungen gemäß der vorliegenden Verordnung vor der Beauftragung der europäischen Normungsorganisationen festgelegt werden müssen.
(104) Die Richtlinie 87/357/EWG, die Verbraucherprodukte abdeckt, welche zwar keine Lebensmittel sind, aber Lebensmitteln ähneln und leicht mit solchen verwechselt werden können und deshalb von Verbrauchern, insbesondere Kindern, zum Mund geführt, gelutscht oder geschluckt werden können, was zum Beispiel zu Ersticken, zu einer Vergiftung oder zu einer Perforation oder einem Verschluss des Verdauungskanals führen könnte, hat zu umstrittenen Auslegungen geführt. Die Richtlinie wurde zudem zu einer Zeit erlassen, in der der Umfang des Rechtsrahmens für die Sicherheit von Verbraucherprodukten sehr beschränkt war. Aus diesen Gründen sollte die Richtlinie 87/357/EWG aufgehoben und durch die vorliegende Verordnung ersetzt werden, insbesondere die Bestimmungen der vorliegenden Verordnung, mit denen dafür gesorgt wird, dass — nach einer Risikobewertung — Produkte, die schädlich sein können, wenn sie zum Mund geführt, gelutscht oder geschluckt werden und die aufgrund ihrer Form, ihres Geruchs, ihrer Farbe, ihres Aussehens, ihrer Verpackung, ihrer Kennzeichnung, ihres Volumens, ihrer Größe oder anderer Eigenschaften leicht mit Lebensmitteln verwechselt werden können, als gefährlich angesehen werden sollten. Bei der Durchführung ihrer Evaluierung sollten die Marktüberwachungsbehörden unter anderem berücksichtigen, dass es, wie der Gerichtshof der Europäischen Union festgestellt hat, nicht erforderlich ist, anhand objektiver und fundierter Daten nachzuweisen, dass Risiken bestehen können, wie etwa dass es zu Ersticken, zu einer Vergiftung oder zu einer Perforation oder einem Verschluss des Verdauungskanals kommt, wenn das jeweilige Lebensmittel-Nachahmungsprodukt zum Mund geführt, gelutscht oder geschluckt wird. Dennoch sollten die zuständigen nationalen Behörden im Einzelfall bewerten, ob solche Produkte gefährlich sind, und diese Bewertung begründen.
(105) Um Wirtschaftsakteuren und Anbietern von Online-Marktplätzen genügend Zeit einzuräumen, sich an die Anforderungen dieser Verordnung, einschließlich der Informationsanforderungen, anzupassen, ist es erforderlich, nach dem Inkrafttreten dieser Verordnung einen ausreichenden Übergangszeitraum vorzusehen, in dem Produkte, die unter die Richtlinie 2001/95/EG fallen und mit der genannten Richtlinie konform sind, noch in Verkehr gebracht werden dürfen. Die Mitgliedstaaten sollten daher das Bereitstellen solcher Produkte auf dem Markt, einschließlich Angeboten zum Kauf, nicht behindern.
(106) Da das Ziel dieser Verordnung, nämlich die Verbesserung der Funktionsweise des Binnenmarkts bei gleichzeitiger Gewährleistung eines hohen Verbraucherschutzniveaus, angesichts des erforderlichen hohen Maßes an Zusammenarbeit und kohärentem Vorgehen der zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten sowie in Anbetracht des benötigten Mechanismus für den schnellen und effizienten Austausch von Informationen über gefährliche Produkte in der Union von den Mitgliedstaaten nicht ausreichend verwirklicht werden kann, sondern vielmehr wegen des unionsweiten Charakters des Problems auf Unionsebene besser zu verwirklichen ist, kann die Union im Einklang mit dem in Artikel 5 des Vertrags über die Europäische Union verankerten Subsidiaritätsprinzip tätig werden. Entsprechend dem in demselben Artikel genannten Grundsatz der Verhältnismäßigkeit geht diese Verordnung nicht über das für die Verwirklichung dieses Ziels erforderliche Maß hinaus.
(107) Ist für die Zwecke dieser Verordnung die Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlich, so sollte eine solche Verarbeitung im Einklang mit dem Unionsrecht über den Schutz personenbezogener Daten geschehen. Jede Verarbeitung personenbezogener Daten im Rahmen dieser Verordnung unterliegt den Verordnungen (EU) 2016/679 (24) und (EU) 2018/1725 (25)) sowie der Richtlinie 2002/58/EG (26) of the European Parliament and of the Council, where applicable. When consumers report a product on the Safety Gate portal, only the personal data necessary to report the dangerous product should be stored and should be stored for a maximum period of five years from the date of submission of the data. Manufacturers and importers should keep the register of consumer complaints only for as long as necessary for the purposes of this Regulation. Where producers and importers are natural persons, they should disclose their names to ensure that consumers can identify the product for traceability purposes.
(108) Der Europäische Datenschutzbeauftragte wurde gemäß Artikel 42 der Verordnung (EU) 2018/1725 konsultiert —
HAVE ISSUED THE FOLLOWING ORDINANCE:
CHAPTER I
GENERAL PROVISIONS
Artikel 1
Goal and object
(1) Das Ziel der vorliegenden Verordnung besteht darin, die Funktionsweise des Binnenmarkts zu verbessern und zugleich ein hohes Verbraucherschutzniveau zu gewährleisten.
(2) Mit dieser Verordnung werden wesentliche Vorschriften für die Sicherheit von Verbraucherprodukten festgelegt, die in Verkehr gebracht oder auf dem Markt bereitgestellt werden.
Artikel 2
Area of application
(1) Diese Verordnung gilt für in Verkehr gebrachte oder auf dem Markt bereitgestellte Produkte insoweit, als es im Rahmen des Unionsrechts keine spezifischen Bestimmungen über die Sicherheit der betreffenden Produkte gibt, mit denen dasselbe Ziel verfolgt wird.
Where specific safety requirements for devices are laid down in Union law, this Regulation shall apply only to those aspects and risks or categories of risks which are not covered by those requirements.
Produkte, die spezifischen Anforderungen der Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union im Sinne des Artikels 3 Nummer 27 unterliegen,
a)
sind von Kapitel II ausgenommen, soweit es sich um Risiken oder Risikokategorien handelt, die unter die betreffenden Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union fallen;
b)
sind von Kapitel III Abschnitt 1, den Kapiteln V und VII und den Kapiteln IX bis XI ausgenommen.
(2) Diese Verordnung gilt nicht für
a)
Human and veterinary medicinal products,
b)
Food,
c)
Animal feed,
d)
living plants and animals, genetically modified organisms and genetically modified micro-organisms in contained systems as well as products of plants and animals that are directly related to their future reproduction,
e)
animal by-products and derived products,
f)
Plant protection products,
g)
Means of transport by which consumers move or travel and which are operated directly by service providers as part of a transport service provided to consumers and are not operated by the consumers themselves,
h)
Luftfahrzeuge gemäß Artikel 2 Absatz 3 Buchstabe d der Verordnung (EU) 2018/1139,
i)
Antiques.
(3) Diese Verordnung gilt für neue, gebrauchte, reparierte oder wiederaufgearbeitete Produkte, die in Verkehr gebracht oder auf dem Markt bereitgestellt werden. Sie gilt nicht für Produkte, die vor ihrer Verwendung repariert oder wiederaufgearbeitet werden müssen, wenn diese Produkte als solche in Verkehr gebracht oder auf dem Markt bereitgestellt werden und eindeutig als solche gekennzeichnet sind.
(4) Diese Verordnung lässt die Vorschriften des Unionsrechts zum Verbraucherschutz unberührt.
(5) Diese Verordnung wird unter Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips durchgeführt.
Artikel 3
Definitions
For the purposes of this Regulation, the following definitions shall apply
1.
„Produkt“ jeden Gegenstand, der für sich allein oder in Verbindung mit anderen Gegenständen entgeltlich oder unentgeltlich — auch im Rahmen der Erbringung einer Dienstleistung — geliefert oder bereitgestellt wird und für Verbraucher bestimmt ist oder unter vernünftigerweise vorhersehbaren Bedingungen wahrscheinlich von Verbrauchern benutzt wird, selbst wenn er nicht für diese bestimmt ist;
2.
„safe product“ means any product which, under normal or reasonably foreseeable conditions of use, including the actual duration of use, presents no or only minimal risks compatible with its use and deemed acceptable and consistent with a high level of protection of the health and safety of consumers;
3.
„dangerous product“ means any product that is not a safe product;
4.
„Risk“ means the relationship between the probability of occurrence of a hazard that causes damage and the severity of the damage;
5.
„serious risk“ means a risk which, on the basis of a risk assessment and taking into account the normal and foreseeable use of the product, requires rapid intervention by the market surveillance authorities, even if the risk has no immediate impact;
6.
„making available on the market“ means any supply of a product for distribution, consumption or use on the Union market in the course of a commercial activity, whether in return for payment or free of charge;
7.
„Placing on the market“ means the first making available of a product on the Union market;
8.
„manufacturer“ means any natural or legal person who manufactures a product or has a product designed or manufactured and markets that product in his own name or under his own trade mark;
9.
„authorised representative“ means any natural or legal person established within the Union who has received a written mandate from a manufacturer to act on his behalf in relation to specific tasks concerning the fulfilment of the manufacturer's obligations under this Regulation;
10.
„importer“ means any natural or legal person established in the Union who places a product from a third country on the Union market;
11.
„Distributor“ means any natural or legal person in the supply chain who makes a product available on the market, with the exception of the manufacturer and the importer;
12.
„Fulfilment-Dienstleister“ jede natürliche oder juristische Person, die im Rahmen einer Geschäftstätigkeit mindestens zwei der folgenden Dienstleistungen anbietet: Lagerhaltung, Verpackung, Adressierung und Versand von Produkten, an denen sie kein Eigentumsrecht hat, ausgenommen Postdienste im Sinne des Artikels 2 Nummer 1 der Richtlinie 97/67/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (27), Paketzustelldienste im Sinne des Artikels 2 Nummer 2 der Verordnung (EU) 2018/644 des Europäischen Parlaments und des Rates (28) and all other postal services or freight transport services;
13.
„economic operator“ means the manufacturer, the authorised representative, the importer, the distributor, the fulfilment service provider or any other natural or legal person who is subject to obligations in relation to the manufacture of products or the making available of products on the market pursuant to this Regulation;
14.
„online marketplace provider“ means a provider of an intermediary service that uses an online interface to enable consumers to conclude distance contracts with traders for the sale of products;
15.
„Online Interface“ means any software, including a website, part of a website or an application, including mobile applications;
16.
„Fernabsatzvertrag“ einen Fernabsatzvertrag im Sinne des Artikels 2 Nummer 7 der Richtlinie 2011/83/EU;
17.
„Consumer“ means any natural person who is acting for purposes which are outside their trade, business, craft or profession;
18.
„Entrepreneur“ means any natural or legal person, whether privately or publicly owned, acting for purposes relating to their trade, business, craft or profession, either themselves or through another person acting in their name or on their behalf;
19.
„europäische Norm“ eine europäische Norm im Sinne des Artikels 2 Nummer 1 Buchstabe b der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012;
20.
„internationale Norm“ eine internationale Norm im Sinne des Artikels 2 Nummer 1 Buchstabe a der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012;
21.
„nationale Norm“ eine nationale Norm im Sinne des Artikels 2 Nummer 1 Buchstabe d der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012;
22.
„europäische Normungsorganisation“ eine in Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012 aufgeführte europäische Normungsorganisation;
23.
„market surveillance“ means the activities carried out and measures taken by market surveillance authorities to ensure that products fulfil the requirements of this Regulation;
24.
„Marktüberwachungsbehörde“ eine von einem Mitgliedstaat nach Artikel 10 der Verordnung (EU) 2019/1020 als für die Organisation und Durchführung der Marktüberwachung in seinem Hoheitsgebiet zuständig benannte Behörde;
25.
„recall“ means any measure aimed at obtaining the return of a product already made available to the consumer;
26.
„withdrawal from the market“ means any measure aimed at preventing a product in the supply chain from being made available on the market;
27.
„Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union“ die in Anhang I der Verordnung (EU) 2019/1020 aufgeführten Rechtsvorschriften der Union sowie alle sonstigen Rechtsvorschriften der Union zur Harmonisierung der Bedingungen für die Vermarktung von Produkten, auf die jene Verordnung Anwendung findet;
28.
„Antiques“ products such as collector's items or works of art that consumers cannot reasonably expect to meet the latest safety standards.
Artikel 4
Distance selling
Where a product is offered for sale online or by any other means of distance selling, the product shall be deemed to be made available on the market if the offer is addressed to consumers in the Union. An offer for sale shall be deemed to be made to consumers in the Union if the economic operator concerned directs its activities in any way to one or more Member States.
CHAPTER II
SECURITY REQUIREMENTS
Artikel 5
General safety requirement
Economic operators may only place or make available on the market safe products.
Artikel 6
Aspects for assessing the safety of products
(1) Bei der Bewertung, ob es sich bei einem Produkt um ein sicheres Produkt handelt, werden insbesondere die folgenden Aspekte berücksichtigt:
a)
the characteristics of the product, including its design, its technical features, its composition, its packaging, the instructions for its assembly and, where applicable, for its installation, use and maintenance;
b)
its effect on other products, if joint use of the product with other products, including the combination of these products, is reasonably foreseeable;
c)
the possible effect of other products on the product under assessment, where it is reasonably foreseeable that other products will be used together with the product, taking into account, when assessing the safety of the product under assessment, the effect of non-embedded articles intended to influence, modify or complete the functionality of the product under assessment;
d)
the presentation of the product, its labelling, including age marking as to its suitability for children, any warnings and instructions for its safe use and disposal, and any other product-related statements or information;
e)
the categories of consumers using the product, in particular by assessing the risk to vulnerable consumers, such as children, the elderly and people with disabilities, and the impact of gender differences on health and safety;
f)
the appearance of the product if it may mislead consumers to use the product in a way other than that for which it was intended, in particular if,
i)
if a product, although not a food, resembles a food because of its shape, smell, colour, appearance, packaging, labelling, volume, size or other characteristics and can easily be mistaken for a food and could therefore be put in the mouth, sucked or swallowed by consumers, especially children;
ii)
if a product, although not designed or intended for use by children, is likely to be used by children because of its design, packaging or characteristics, or resembles an object that is generally recognised as attractive to children or intended for use by children;
g)
where required by the nature of the product, the appropriate cybersecurity features necessary to protect the product from external influences, including malicious third parties, where such influence could affect the security of the product, including possible failure of the connection;
h)
if required by the nature of the product, the evolving, learning and predictive functions of the product.
(2) Die Möglichkeit, ein höheres Sicherheitsniveau zu erreichen, oder die Verfügbarkeit anderer Produkte, von denen ein geringeres Risiko ausgeht, ist kein Grund, ein Produkt als gefährliches Produkt anzusehen.
Artikel 7
Presumption of conformity with the general safety requirement
(1) Für die Zwecke dieser Verordnung wird vermutet, dass ein Produkt mit dem allgemeinen Sicherheitsgebot gemäß Artikel 5 dieser Verordnung konform ist, wenn
a)
es den anwendbaren europäischen Normen oder Teilen davon in Bezug auf die Risiken und Risikokategorien gerecht wird, die durch diese Normen geregelt werden, deren Fundstellen gemäß Artikel 10 Absatz 7 der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden sind, oder
b)
das Produkt in Ermangelung anwendbarer europäischer Normen gemäß Buchstabe a des vorliegenden Absatzes nationalen Anforderungen gerecht wird, die in Bezug auf die Risiken und Risikokategorien, die in Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen im nationalen Recht des Mitgliedstaats festgelegt sind, in dem es auf dem Markt bereitgestellt wird, sofern dieses Recht mit dem Unionsrecht in Einklang steht.
(2) Die Kommission erlässt Durchführungsrechtsakte zur Festlegung der spezifischen Sicherheitsanforderungen, die durch europäische Normen geregelt werden sollen, um sicherzustellen, dass Produkte, die diesen europäischen Normen gerecht werden, dem allgemeinen Sicherheitsgebot gemäß Artikel 5 entsprechen. Diese Durchführungsrechtsakte werden gemäß dem in Artikel 46 Absatz 3 genannten Prüfverfahren erlassen.
(3) Die Vermutung der Konformität mit dem allgemeinen Sicherheitsgebot nach Absatz 1 hindert die Marktüberwachungsbehörden jedoch nicht daran, alle geeigneten Maßnahmen im Rahmen dieser Verordnung zu ergreifen, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass ein Produkt trotz dieser Vermutung gefährlich ist.
Artikel 8
Additional elements to be considered when assessing the safety of products
(1) Für die Zwecke des Artikels 6 und wenn die Vermutung der Sicherheit gemäß Artikel 7 nicht gilt, werden bei der Bewertung der Sicherheit eines Produkts insbesondere, soweit verfügbar, die folgenden Elemente berücksichtigt:
a)
andere europäische Normen als diejenigen, deren Fundstellen gemäß Artikel 10 Absatz 7 der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden sind;
b)
international standards;
c)
international agreements;
d)
voluntary certification schemes or similar schemes for third-party conformity assessment, in particular those aimed at supporting Union law;
e)
Commission recommendations or guidelines for the assessment of product safety;
f)
the national standards of the Member State in which the product is made available;
g)
the current state of knowledge and technology, including opinions of recognised scientific bodies and expert committees;
h)
the applicable codes of conduct for product safety in the relevant area;
i)
the safety that can reasonably be expected by consumers;
j)
gemäß Artikel 7 Absatz 2 festgelegte Sicherheitsanforderungen.
CHAPTER III
DUTIES OF ECONOMIC OPERATORS
SECTION 1
Article 9
Obligations of the manufacturer
(1. When placing their devices on the market, manufacturers shall ensure that those devices have been designed and manufactured in compliance with the general safety requirement set out in Article 5.
(2. Before placing their devices on the market, manufacturers shall carry out an internal risk analysis and draw up a technical documentation containing at least a general description of the device and its essential characteristics relevant for the assessment of its safety.
Where appropriate in view of the risks that the device may present, the technical documentation referred to in the first subparagraph shall also include, where applicable
a)
an analysis of the possible risks associated with the device and the solutions adopted to eliminate or minimise those risks, including the results of any tests carried out by the manufacturer or by a third party; and
b)
a list of all relevant European standards referred to in Article 7(1)(a) and the other elements referred to in Article 7(1)(b) or Article 8 that have been applied to fulfil the general safety requirement referred to in Article 5.
Where European standards, health and safety requirements or elements referred to in Article 7(1) or Article 8 have been applied only in part, manufacturers shall indicate which parts have been applied.
(3. Manufacturers shall ensure that the technical documentation referred to in paragraph 2 is kept up to date. They shall keep that documentation at the disposal of the market surveillance authorities for 10 years after the product has been placed on the market and shall make it available to those authorities, upon request.
(4. Manufacturers shall ensure, by appropriate procedures, that conformity with the general safety requirement set out in Article 5 is maintained at all times for devices manufactured in series.
(5. Producers shall ensure that their products bear a type, batch or serial number or other element allowing their identification which is easily recognisable and legible by consumers, or, where the size or nature of the product does not allow it, that the required information is provided on the packaging or in a document accompanying the product.
(6. Manufacturers shall indicate their name, registered trade name or registered trade mark, postal address and e-mail address and, where different, the postal address or e-mail address of the single point of contact at which they can be contacted. This information shall be provided on the product itself or, if this is not possible, on the packaging or in a document accompanying the product.
(7. Manufacturers shall ensure that their product is accompanied by clear instructions and safety information in a language which can be easily understood by consumers and which is determined by the Member State in which the product is made available on the market. This requirement shall not apply if the device can be used safely and as intended by the manufacturer without such instructions and safety information.
(8. Where a manufacturer considers or has reason to believe, on the basis of the information available to him, that a product which he has placed on the market is a dangerous product, the manufacturer shall immediately proceed as follows:
a)
It shall take the necessary corrective action to bring the product into conformity in an effective manner, which may include withdrawal from the market or recall;
b)
it shall inform consumers in accordance with Article 35 or 36 or both; and
c)
inform the market surveillance authorities of the Member States in which the product has been made available on the market via the Safety Business Gateway.
For the purposes of points (b) and (c) of the first subparagraph, the manufacturer shall in particular provide information on the risk to the health and safety of consumers and on any corrective action already taken and, if available, the number of devices remaining on the market by Member State.
(9) The Commission shall ensure that the information intended to alert consumers can be made available by manufacturers through the Safety Business Gateway and that it is made available to consumers without delay through the Safety Gate Portal.
(10. Manufacturers shall ensure that other economic operators, responsible persons and online marketplace providers in the supply chain concerned are kept informed in a timely manner of any security issues they identify.
(11. Taking into account the accessibility needs of persons with disabilities, manufacturers shall establish publicly accessible communication channels, such as telephone numbers, e-mail addresses or dedicated sections on their website, to enable consumers to submit complaints and to inform manufacturers of any accidents or safety problems related to a product.
(12. Manufacturers shall investigate complaints lodged and information received concerning accidents affecting the safety of products which they have made available on the market and which have been reported as dangerous by the complainant, and shall keep an internal register of those complaints, as well as of product recalls and of any corrective measures taken to bring the product into conformity.
(13) Only the personal data necessary for the manufacturer to investigate the complaint about a suspected dangerous product shall be stored in the internal complaints register. This data shall only be stored for as long as necessary for the purposes of the investigation and in any case no longer than five years after the data has been entered.
Article 10
Duties of the authorised representative
(1) A manufacturer may appoint an authorised representative by means of a written order.
(2. An authorised representative shall perform the tasks specified on behalf of the manufacturer. The authorised representative shall provide a copy of that mandate to the market surveillance authorities upon request. The mandate shall authorise the authorised representative to perform at least the following tasks:
a)
at the reasoned request of a market surveillance authority: Transmission of all information and documents required to demonstrate the safety of the product to the authority in an official language that the authority can understand;
b)
if the authorised representative believes or has reason to believe that a product in question is a dangerous product: Inform the manufacturer thereof;
c)
Informing the competent national authorities of any measures taken to eliminate the risks associated with products covered by its mandate by means of a notification in the Safety Business Gateway, unless the information has already been provided by the manufacturer or on the manufacturer's instructions;
d)
at the request of the competent national authorities: Co-operate with them in any action taken to eliminate in an effective manner the risks associated with products covered by its mandate.
Article 11
Obligations of importers
1. Before placing a device on the market, importers shall ensure that it fulfils the general safety requirement set out in Article 5 and that the manufacturer has complied with the requirements set out in Article 9(2), (5) and (6).
2. Where, on the basis of the information available to him, an importer considers or has reason to believe that a product is not in conformity with the requirements set out in Article 5 and Article 9(2), (5) and (6), the importer shall not place the product on the market until it has been brought into conformity. Furthermore, where the product is a dangerous product, the importer shall immediately inform the manufacturer and ensure that the market surveillance authorities are informed through the Safety Business Gateway.
(3. Importers shall indicate their name, registered trade name or registered trade mark, postal address and e-mail address and, where different, the postal address or e-mail address of the single point at which they can be contacted. This information shall be placed on the product itself or, where this is not possible, on the packaging or in a document accompanying the product. Importers shall ensure that any additional labelling does not obscure the information required by Union law on the labelling affixed by the manufacturer.
(4. Importers shall ensure that the imported product is accompanied by clear instructions and safety information in a language which can be easily understood by consumers, as determined by the Member State in which the product is made available on the market, unless the product can be used safely and as intended by the manufacturer without such instructions and safety information.
5. Importers shall ensure that, while a product is under their responsibility, storage or transport conditions do not jeopardise its compliance with the general safety requirement set out in Article 5 and Article 9(5) and (6).
6. Importers shall, for a period of 10 years after the product has been placed on the market, keep a copy of the technical documentation referred to in Article 9(2) at the disposal of the market surveillance authorities and ensure that they are able to supply those authorities with the documentation referred to in Article 9(2), where applicable, upon request.
(7. Importers shall co-operate with the market surveillance authorities and the manufacturer to ensure the safety of products.
(8. Where an importer considers or has reason to believe, on the basis of the information available to him, that a product he has placed on the market is a dangerous product, the importer shall immediately proceed as follows:
a)
He shall inform the manufacturer of this;
b)
ensure that the necessary corrective action is taken to bring the product into conformity in an effective manner, including withdrawal from the market or recall, if appropriate; if such action has not yet been taken, the importer shall take it without delay;
c)
ensure that consumers are informed without delay in accordance with Article 35 or 36 or both; and
d)
inform the market surveillance authorities of the Member States in which the product has been made available on the market via the Safety Business Gateway.
For the purposes of points (c) and (d) of the first subparagraph, the importer shall in particular provide information on the risk to the health and safety of consumers and on any corrective action already taken and, if available, the number of products remaining on the market by Member State.
9. Importers shall verify that the communication channels referred to in Article 9(11) are publicly available for consumers to lodge complaints and report any accidents or safety issues related to the product. Where such channels are not available, importers shall set them up taking into account the accessibility needs of persons with disabilities.
10. Importers shall investigate complaints lodged and information received concerning accidents affecting the safety of products which they have made available on the market and which have been reported as dangerous by the complainant, and shall enter those complaints, product recalls and any corrective action taken to bring the product into conformity in the register referred to in Article 9(12) or in their own internal register. Importers shall keep the manufacturer, distributors and, where applicable, fulfilment service providers and online marketplace providers informed, in a timely manner, of the investigation carried out and of its results.
(11) Only the personal data necessary for the importer to be able to investigate the complaint about a suspected dangerous product shall be stored in the complaint register. This data shall only be stored for as long as necessary for the purposes of the investigation and in any case no longer than five years after the data has been entered.
Article 12
Obligations of dealers
1. Before making a device available on the market distributors shall ensure that the manufacturer and, where applicable, the importer have fulfilled the requirements set out in Article 9(5), (6) and (7) and Article 11(3) and (4), where applicable.
2. Distributors shall ensure that, while a product is under their responsibility, storage or transport conditions do not jeopardise its compliance with the general safety requirement set out in Article 5 and with Article 9(5), (6) and (7) and Article 11(3) and (4), where applicable.
3. Where a distributor considers or has reason to believe, on the basis of the information available to it, that a product is not in conformity with Article 5, Article 9(5), (6) and (7) and Article 11(3) and (4), as applicable, the distributor shall not make the product available on the market unless compliance of the product has been established.
4. Where a distributor considers or has reason to believe, on the basis of the information available to him, that a product which he has made available on the market is a dangerous product or does not comply with Article 9(5), (6) and (7) and Article 11(3) and (4), as applicable, the distributor shall proceed as follows:
a)
he immediately informs the manufacturer or the importer;
b)
ensure that the necessary corrective action is taken to bring the product into conformity in an effective manner, which may include withdrawal from the market or recall, as appropriate; and
c)
ensure that the market surveillance authorities of the Member States in which the product has been made available on the market are informed immediately via the Safety Business Gateway.
For the purposes of points (b) and (c) of the first subparagraph, the distributor shall indicate the relevant information available to him on the risk to the health and safety of consumers, the number of products concerned and any corrective action already taken.
Article 13
Cases in which the obligations of manufacturers apply to other persons
(1. A natural or legal person shall be considered a manufacturer for the purposes of this Regulation and shall be subject to the obligations of the manufacturer under Article 9 where he places a device on the market under his name or trade mark.
(2. Where a natural or legal person, other than the manufacturer, substantially modifies the device, that person shall, insofar as the substantial modification affects the safety of the device, be considered to be the manufacturer for the purposes of this Regulation and shall be subject to the obligations of the manufacturer under Article 9 in respect of that part of the device affected by the modification or in respect of the whole device.
(3. A physical or digital change to a product shall be considered substantial if it has an impact on the safety of the product and fulfils the following criteria:
a)
The modification changes the product in a way that was not foreseen in the original risk assessment of the product;
b)
the nature of the hazard has changed, a new hazard has arisen or the level of risk has increased as a result of the change; and
c)
the changes were not made by the consumers themselves or on their behalf for their own use.
Article 14
Internal procedures to ensure product safety
Economic operators shall ensure that they have in place internal procedures to ensure product safety which enable them to fulfil the relevant requirements of this Regulation.
Article 15
Cooperation between economic operators and market surveillance authorities
(1. Economic operators shall co-operate with market surveillance authorities on measures that could eliminate or reduce risks posed by products made available on the market by those operators.
(2. The economic operator shall, at the request of a market surveillance authority, provide it with all necessary information, in particular
a)
a full description of the risk associated with the product, related complaints and known accidents; and
b)
a description of any corrective action taken in relation to the risk.
(3. Economic operators shall, on request, also identify and provide the following information relevant for the traceability of the product:
a)
all economic operators from whom they have purchased the product or a part, component or software embedded in the product, and
b)
all economic operators to whom they have supplied the product.
(4. Economic operators shall be able to provide the information referred to in paragraph 2 for a period of 10 years from the date of purchase or supply of the product.
(5. Economic operators shall be able to provide the information referred to in paragraph 3 for a period of six years from the date of purchase of the product or of a part, component or software embedded in the product or from the date of delivery of the product.
(6. Market surveillance authorities may request economic operators to submit periodic progress reports and may decide whether or from when the corrective action can be considered as completed.
Article 16
Person responsible for a product placed on the Union market
1. A device covered by this Regulation shall not be placed on the market unless there is an economic operator established in the Union who is responsible for the tasks referred to in Article 4(3) of Regulation (EU) 2019/1020 in relation to that device. Article 4(2) and (3) of that Regulation shall apply to devices covered by this Regulation. For the purposes of this Regulation, references to „Union harmonisation legislation“ and „applicable Union harmonisation legislation“ in Article 4(3) of that Regulation shall be read as „this Regulation“.
2. Without prejudice to any obligations of economic operators under this Regulation, the economic operator referred to in paragraph 1 of this Article shall, in addition to the tasks referred to in Article 4(3) of Regulation (EU) 2019/1020 and in order to ensure the safety of the device for which it is responsible, periodically review, where appropriate in view of the risks that a device may present,
a)
that the product is in conformity with the technical documentation referred to in Article 9(2) of this Regulation;
b)
that the product fulfils the requirements of Article 9(5), (6) and (7) of this Regulation.
The economic operator referred to in paragraph 1 of this Article shall, at the request of the market surveillance authorities, provide documented evidence of the verifications carried out.
(3. The name, registered trade name or registered trade mark and contact details, including postal address and e-mail address, of the economic operator referred to in paragraph 1 shall be indicated on the product or on its packaging, on the package or in an accompanying document.
Article 17
Information for economic operators
(1. The Commission shall make general information on this Regulation available to economic operators free of charge.
(2. Member States shall, on request and free of charge, provide economic operators with specific information on the implementation of this Regulation at national level and on national product safety rules for the products covered by this Regulation. For that purpose, Article 9(1) and (4) of Regulation (EU) 2019/515 of the European Parliament and of the Council shall apply. (29) Application.
The Commission shall adopt specific guidance for economic operators, with particular reference to the needs of those considered to be SMEs, including microenterprises, on the fulfilment of the obligations laid down in this Regulation.
Article 18
Specific traceability requirements for certain products, product categories or product groups
(1. In the case of certain products, product categories or product groups that are likely to pose a serious risk to the health and safety of consumers, taking into account the accidents registered in the safety business gateway, the safety gate statistics, the results of the joint activities on product safety and other relevant indicators or evidence, and after consulting the consumer safety network, relevant expert groups and relevant stakeholders, the Commission may establish a traceability system to be adopted by the economic operators placing and making available on the market those products.
(2. The traceability system shall include the collection and storage of data, including by electronic means, allowing the identification of the product, its components or the economic operators involved in its supply chain, as well as means of displaying and accessing those data, including by means of a data carrier affixed to the product, its packaging or accompanying documents.
(3. The Commission shall be empowered to adopt delegated acts in accordance with Article 45 in order to supplement this Regulation as follows:
a)
identify the devices, categories or groups of devices or device components that are likely to present a serious risk to the health and safety of consumers in accordance with paragraph 1; in the relevant delegated acts, the Commission shall indicate whether it has applied the risk analysis methodology set out in Commission Implementing Decision (EU) 2019/417 (30) or, if that methodology is not appropriate for the device concerned, describe in detail the methodology applied;
b)
the definition of the type of data to be collected and stored by economic operators through the traceability system referred to in paragraph 2;
c)
Determination of the modalities for displaying and accessing data, including by affixing a data carrier to the product, its packaging or the accompanying documents, in accordance with paragraph 2;
d)
Identify the actors that have access to the data referred to in point (b), including consumers, economic operators, online marketplace providers, competent national authorities, the Commission and non-profit organisations or any organisation acting on their behalf, and the type of information accessible to them.
4. Market surveillance authorities, consumers, economic operators and other relevant stakeholders shall have access to the data referred to in paragraph 3 free of charge on the basis of their respective access rights specified in the applicable delegated act adopted pursuant to point (d) of paragraph 3.
(5. When adopting the measures referred to in paragraph 3, the Commission shall take into account
a)
the cost-effectiveness of the measures, including the impact of the measures on companies, especially SMEs,
b)
an appropriate timeframe to allow economic operators to prepare for those measures, and
c)
compatibility and interoperability with other product traceability systems already established at Union or international level.
SECTION 2
Article 19
Obligations of economic operators with regard to distance selling
Where an economic operator makes products available on the market online or by any other means of distance selling, the offer of those products shall include at least the following clear and prominent information:
a)
the name, registered trade name or registered trade mark of the manufacturer and the postal address and e-mail address at which he can be contacted,
b)
if the manufacturer is not established in the Union: the name, postal address and e-mail address of the responsible person referred to in Article 16(1) of this Regulation or in Article 4(1) of Regulation (EU) 2019/1020,
c)
information enabling the identification of the product, including an image of the product, its type and other product identifiers; and
d)
any warnings or safety information required by this Regulation or by the applicable Union harmonisation legislation to be affixed to the product or to its packaging or to accompany it in a document in a language easily understood by consumers, as determined by the Member State in which the product is made available on the market.
Article 20
Obligations of economic operators in the event of accidents that occur in connection with the safety of products
(1. The manufacturer shall ensure that an accident caused by a device placed or made available on the market is reported immediately, as soon as he becomes aware of it, to the competent authorities of the Member State in which the accident has occurred, through the safety business gateway. The notification shall include the type and identification number of the product and the circumstances of the accident, if known. The manufacturer shall provide the competent authorities with any other relevant information on request.
(2. For the purposes of paragraph 1, the manufacturer shall notify the competent authorities of incidents related to the use of a device which have resulted in the death of a person or serious permanent or temporary adverse effects on the health and safety of that person, including injuries, other physical harm, diseases and chronic health effects.
(3. Importers and distributors who become aware of an accident caused by a product which they have placed or made available on the market shall immediately inform the manufacturer. The manufacturer shall make the notification referred to in paragraph 1 or instruct the importer or one of the distributors to make the notification.
4. If the manufacturer of the device is not established in the Union, the responsible person within the meaning of Article 16(1) of this Regulation or Article 4(1) of Regulation (EU) 2019/1020 who is aware of an accident shall ensure that the notification is made.
Article 21
Information in electronic form
Without prejudice to Article 9(5), (6) and (7), Article 11(3) and Article 16(3) and the relevant provisions of Union harmonisation legislation, economic operators may additionally provide the information referred to in those provisions in digital form by means of electronic technical solutions that are clearly visible on the product or, where that is not possible, on its packaging or in a document accompanying the product. That information shall be provided in a language which can be easily understood by consumers and which is determined by the Member State in which the product is made available on the market, including in formats accessible to persons with disabilities.
CHAPTER IV
PROVIDERS OF ONLINE MARKETPLACES
Article 22
Special obligations of online marketplace providers in connection with product safety
(1. Without prejudice to the general obligations laid down in Article 11 of Regulation (EU) 2022/2065, online marketplace providers shall designate a single point of contact through which they can communicate directly by electronic means with the market surveillance authorities of the Member States in relation to product safety issues and, in particular, for the purpose of notifying orders issued in accordance with paragraph 4 of this Article.
Providers of online marketplaces register with the Safety Gate Portal and store the details of their central point of contact on the Safety Gate Portal.
(2. Without prejudice to the general obligations laid down in Article 12 of Regulation (EU) 2022/2065, online marketplace providers shall designate a single point of contact through which consumers can communicate directly and quickly with them in relation to product safety issues.
(3. Online marketplace providers shall ensure that they have internal product safety procedures in place that enable them to comply with the relevant requirements of this Regulation without undue delay.
(4. As regards the powers conferred by Member States in accordance with Article 14 of Regulation (EU) 2019/1020, Member States shall confer on their market surveillance authorities the necessary powers to order online marketplace providers to remove or disable access to such content from their online interfaces or to display an explicit warning in relation to specific content relating to an offer of a dangerous product. Such orders shall be issued in accordance with the minimum requirements set out in Article 9(2) of Regulation (EU) 2022/2065.
Providers of online marketplaces shall take the necessary measures to receive and comply with the orders issued in accordance with this paragraph and shall act without delay and in any case within two working days of receipt of the order. They shall inform the market surveillance authority electronically of compliance with the order using the contact details of the market surveillance authority published on the Safety Gate Portal.
(5. Orders under paragraph 4 may require the online marketplace provider to remove, disable access to or display an explicit warning about any identical content relating to an offer of the dangerous product in question from its online interface for the prescribed period, provided that the search for the content in question is limited to the information specified in the order and does not require the online marketplace provider to carry out an independent assessment of that content, and provided that the search and removal can be carried out in a proportionate manner using reliable automated tools.
(6. Online marketplace providers shall take into account regular information on dangerous products reported by market surveillance authorities in accordance with Article 26 that they receive through the Safety Gate Portal in order to take voluntary measures to detect, identify, remove or disable access to content relating to offers of dangerous products on their online marketplace, including by using the interoperable interface to the Safety Gate Portal in accordance with Article 34. They shall inform the authority that made the notification to the Safety Gate rapid alert system of any action taken, using the contact details of the market surveillance authority published on the Safety Gate portal.
(7) In order to comply with Article 31(3) of Regulation (EU) 2022/2065 with regard to product safety, online marketplace providers shall use at least the Safety Gate Portal.
(8. Online marketplace providers shall process notifications on product safety issues in accordance with Article 16 of Regulation (EU) 2022/2065 in relation to the product offered for sale online through their services without undue delay and in any event within three working days of receipt of the notification.
9. In order to comply with the requirements of Article 31(1) and (2) of Regulation (EU) 2022/2065 as regards product safety information, online marketplace providers shall design and structure their online interface in such a way that traders offering the product can provide at least the following information for each product offered and ensure that the information is displayed to consumers in the product listing or is otherwise easily accessible:
a)
the name, registered trade name or registered trade mark of the manufacturer and the postal address and e-mail address at which the manufacturer can be contacted,
b)
if the manufacturer is not established in the Union: the name, postal address and e-mail address of the responsible person referred to in Article 16(1) of this Regulation or in Article 4(1) of Regulation (EU) 2019/1020,
c)
information enabling the identification of the product, including an image of the product, its type and other product identifiers; and
d)
any warnings or safety information required by this Regulation or by the applicable Union harmonisation legislation to be affixed to or accompany the device in a language easily understood by consumers, as determined by the Member State in which the device is made available on the market.
(10. The internal procedures referred to in paragraph 3 shall include mechanisms that enable traders to provide the following.
a)
information referred to in paragraph 9 of this Article, including information on the manufacturer established in the Union or, where applicable, the responsible person within the meaning of Article 16(1) of this Regulation or Article 4(1) of Regulation (EU) 2019/1020; and
b)
where applicable, their self-certification in which they undertake, in accordance with Article 30(1) of Regulation (EU) 2022/2065, to offer only products that comply with this Regulation and additional identification information.
(11) In order to comply with Article 23 of Regulation (EU) 2022/2065 as regards product safety, providers of online marketplaces for traders who frequently offer products in breach of this Regulation should suspend the provision of their services for an appropriate period of time and after prior warning.
(12. Online marketplace providers shall cooperate with market surveillance authorities, traders and relevant economic operators to support any measures taken to eliminate or, where that is not possible, mitigate the risks posed by a product that is or has been offered online through their services.
In particular, providers of online marketplaces proceed as follows:
a)
They ensure that they provide consumers with appropriate and timely information, including by
i)
in the event of a product safety recall of which they have actual knowledge or where certain information needs to be brought to the attention of consumers in order to ensure the safe use of a product (hereinafter „safety alert“), directly inform all consumers concerned who have purchased the product in question through their interfaces, in accordance with Article 35 or 36 or both;
ii)
publish information about product safety recalls on their online interfaces;
b)
inform the relevant economic operator of the decision to remove or disable access to the content relating to an offer of a dangerous product;
c)
co-operate with market surveillance authorities and relevant economic operators to ensure effective product recalls, including by not obstructing product recalls;
d)
inform without delay, through the Safety Business Gateway, the market surveillance authorities of the Member States where the product has been made available on the market of dangerous products offered on their online interfaces of which they have actual knowledge, by providing the relevant information at their disposal on the risk to the health and safety of consumers, on the number of products still on the market by Member State, if available, and on any corrective action already taken to their knowledge;
e)
They work together in relation to accidents reported to them, including by
i)
immediately communicate to the operators and economic operators concerned the information they have received on accidents or safety problems when they are aware that the product in question has been offered by those operators through their interfaces;
ii)
immediately report via the Safety Business Gateway any accident of which they have been informed and which results in a serious risk to or actual harm to the health or safety of a consumer caused by a product made available on their online marketplace and inform the manufacturer thereof;
f)
cooperate with law enforcement authorities at Union and national level, including the European Anti-Fraud Office (OLAF), through a regular and structured exchange of information on offers removed by online marketplace operators on the basis of this Article;
g)
they allow access to their interfaces for the online tools used by market surveillance authorities to identify dangerous products;
h)
co-operate in identifying the supply chain of dangerous products, where possible, by responding to data requests if the relevant information is not publicly available;
i)
where online marketplace providers or online sellers have set up technical barriers to the extraction of data from their online interfaces (data scraping), they shall allow market surveillance authorities, upon their reasoned request, to extract such data only for product safety purposes on the basis of the identification parameters provided by the requesting market surveillance authorities.
CHAPTER V
MARKET SURVEILLANCE AND IMPLEMENTATION
Article 23
Market surveillance
1. Article 10, Article 11(1) to (7), Articles 12 to 15, Article 16(1) to (5), Article 18, Article 19 and Articles 21 to 24 of Regulation (EU) 2019/1020 shall apply to the products covered by this Regulation.
(2. For the purposes of this Regulation, Regulation (EU) 2019/1020 shall apply as follows:
a)
References to „Union harmonisation legislation“, „applicable Union harmonisation legislation“ or „applicable Union harmonisation legislation“, „this Regulation and Union harmonisation legislation“, „the relevant Union harmonisation legislation“ and „Union harmonisation legislation or this Regulation“ in Articles 11, 13, 14, 16, 18 and 23 of that Regulation shall be understood as references to „this Regulation“;
b)
the reference to „harmonisation legislation and this Regulation“ in Article 11(1)(b) of that Regulation shall be understood as references to „this Regulation“;
c)
References to „network“ in Articles 11 to 13 and in Article 21 of that Regulation shall be understood as references to the „consumer safety network referred to in Article 30 of this Regulation“;
d)
References to „non-conformity“, „non-conformities“ and „non-compliant“ in Articles 11, 13 to 16, 22 and 23 of that Regulation shall be understood as references to „non-compliance with this Regulation“;
e)
the reference to „Article 41“ in Article 14(4)(i) of that Regulation shall be read as a reference to „Article 44 of this Regulation“;
f)
the reference to „Article 20“ in Article 19(1) of that Regulation shall be read as a reference to „Article 26 of this Regulation“.
(3. Where a dangerous product has been identified, the market surveillance authorities may request information from the manufacturer on other products manufactured using the same process, containing the same components or forming part of the same production batch and presenting the same risk.
Article 24
Reporting
(1. Member States shall provide the Commission with information on the application of this Regulation no later than two years after the adoption of the implementing act referred to in paragraph 2 and annually thereafter.
Following transmission by the Member States, the Commission shall draw up an annual summarised report and make it publicly available.
(2. The Commission shall, by means of implementing acts, establish the output indicators on the basis of which Member States are to report the information referred to in paragraph 1 of this Article. Those implementing acts shall be adopted in accordance with the examination procedure referred to in Article 46(3).
CHAPTER VI
RAPID ALERT SYSTEM SAFETY GATE AND SAFETY BUSINESS GATEWAY
Article 25
Safety Gate rapid alert system
(1. The Commission shall further develop, modernise and maintain the rapid alert system for the exchange of information on corrective action in relation to dangerous products („the Safety Gate rapid alert system“) and improve its efficiency.
(2. The Commission and the Member States shall have access to the Safety Gate rapid alert system. For this purpose, each Member State shall designate a central national contact point which shall be responsible at least for checking the completeness of the notifications, transmitting them to the Commission for validation and communicating with the Commission with regard to the tasks referred to in Article 26(1) to (6).
The Commission shall adopt an implementing act defining the roles and tasks of the national central contact points. That implementing act shall be adopted in accordance with the examination procedure referred to in Article 46(3).
Article 26
Notification of dangerous products via the Safety Gate rapid alert system
(1. Member States shall notify through the Safety Gate rapid alert system corrective actions taken by their authorities or by economic operators on the basis of
a)
provisions of this Regulation in relation to dangerous products that pose a serious risk to the health and safety of consumers; and
b)
Article 20 of Regulation (EU) 2019/1020.
(2. Member States may also notify planned corrective actions in relation to products posing a serious risk through the rapid alert system Safety Gate if they consider it necessary in view of the urgency of the risk to the health or safety of consumers.
(3. Without prejudice to paragraph 1 of this Article, Member States shall inform the Commission of any corrective action taken by their authorities or by economic operators on the basis of this Regulation and the Commission shall communicate that information to the other Member States. For that purpose, Member States may report through the Safety Gate rapid alert system corrective actions taken by their authorities or economic operators on the basis of this Regulation, Union harmonisation legislation and Regulation (EU) 2019/1020 in relation to products presenting a non-serious risk.
(4. National authorities shall transmit the notifications referred to in paragraph 1 through the rapid alert system Safety Gate without delay and in any case within four working days after the respective corrective action has been taken.
(5. Within four working days of receipt of a complete notification, the Commission shall check its compliance with this Article and with the requirements for the operation of the Safety Gate rapid alert system established by the Commission on the basis of paragraph 10. If the notification fulfils the requirements of this Article and those requirements, it shall be transmitted by the Commission to the other Member States.
(6. Member States shall immediately notify through the rapid alert system Safety Gate any update, modification or withdrawal of the corrective measures referred to in paragraphs 1, 2 and 3.
(7. Where a Member State notifies corrective action in relation to devices presenting a serious risk, the other Member States shall notify, through the rapid alert system Safety Gate, the corrective action or other measures they have taken in relation to the same devices and any other relevant information, including the results of any tests or analyses carried out, without delay and in any event within four working days of the action being taken.
(8. Where the Commission identifies products, including on the basis of information received from consumers or consumer organisations, which are likely to present a serious risk and which have not yet been notified by Member States through the Safety Gate rapid alert system, it shall inform the Member States thereof. Member States shall carry out the relevant checks and, if they adopt measures, shall notify them through the Safety Gate rapid alert system in accordance with paragraph 1.
9. The Commission shall implement the interface referred to in Article 20(5) of Regulation (EU) 2019/1020 between the information and communication system referred to in Article 34 of that Regulation and the Safety Gate rapid alert system to allow a draft notification to be triggered by that information and communication system to the Safety Gate rapid alert system in order to avoid duplication of data entries.
(10. The Commission shall adopt delegated acts in accordance with Article 45 to supplement this Regulation, in particular by specifying the following points:
a)
access to the Safety Gate rapid alert system,
b)
the operation of the Safety Gate rapid alert system,
c)
the information to be entered into the Safety Gate rapid alert system,
d)
the requirements to be met for notifications and
e)
the criteria for assessing the risk level.
Article 27
Safety Business Gateway
1. The Commission shall maintain a web portal enabling economic operators and online marketplace providers to easily provide information to market surveillance authorities and consumers in accordance with Article 9(8) and (9), Article 10(2)(c), Article 11(2) and (8), Article 12(4), Article 20 and Article 22 („the safety business gateway“).
(2. The Commission shall draw up guidelines for the practical implementation of the safety business gateway.
CHAPTER VII
ROLE OF THE COMMISSION AND COORDINATION OF ENFORCEMENT
Article 28
Union action against products that pose a serious risk
(1. Where the Commission becomes aware that a product or a specific category or group of products presents a serious risk to the health and safety of consumers, it may, either on its own initiative or at the request of Member States, by means of implementing acts, take appropriate measures proportionate to the gravity and urgency of the situation where
a)
the risk cannot be managed in a manner consistent with the degree of severity or urgency of the problem, given the nature of the safety problem of the product, category of products or group of products under other procedures of the relevant Union law for the products concerned; and
b)
the risk can only be effectively eliminated by adopting appropriate measures applicable at Union level to ensure a harmonised and high level of protection of the health and safety of consumers and the proper functioning of the internal market.
Those measures may include measures prohibiting, suspending or restricting the placing or making available on the market of those products or laying down specific conditions for their conformity assessment as regards the safety requirement, where applicable, or for their marketing, such as testing of a representative sample of those products in order to ensure a high level of consumer protection.
Member States shall, within the limits of their competence, take all appropriate enforcement measures necessary to ensure the effective implementation of those implementing acts. The competent authorities of the Member States concerned shall inform the Commission of the enforcement measures taken.
The Commission shall regularly evaluate the effectiveness of the enforcement measures taken by the Member States and inform the Consumer Safety Network of the outcome of this evaluation.
2. The implementing acts referred to in paragraph 1 shall be adopted in accordance with the examination procedure referred to in Article 46(3). Those implementing acts shall specify the date from which they cease to apply.
3. On duly justified imperative grounds of urgency relating to the health and safety of consumers, the Commission may adopt immediately applicable implementing acts in accordance with the procedure referred to in Article 46(4).
(4. It shall be prohibited to export from the Union a product the placing or making available on the Union market of which has been prohibited by a measure adopted pursuant to paragraph 1 or 3, unless expressly authorised by the measure and duly justified.
(5. Any Member State may submit a reasoned request to the Commission to examine whether the adoption of a measure referred to in paragraph 1 or 3 is necessary.
Article 29
Request for an opinion from the Commission on divergent risk assessments
(1. Products classified as dangerous by a decision of a market surveillance authority in one Member State under this Regulation shall also be classified as dangerous by the market surveillance authorities in the other Member States.
(2. Where, on the basis of their own investigation and risk assessment, the market surveillance authorities in different Member States reach divergent conclusions as to the existence of a risk or as to the level of risk, any Member State may refer the matter to the Commission and request an opinion thereon, whereupon the Commission shall issue an opinion without delay as to the existence of the risk or as to the level of risk of the product concerned. If the matter has not been referred to the Commission, it may nevertheless issue an opinion on its own initiative. For the purpose of issuing an opinion under this paragraph, the Commission may request the transmission of relevant information and documents and invite all Member States to submit their views.
(3. Where the Commission delivers an opinion in accordance with paragraph 2, Member States shall take due account of that opinion.
(4. The Commission shall draw up guidelines for the practical implementation of this Article.
(5. The Commission shall periodically draw up a report on the application of this Article and submit it to the Consumer Safety Network.
Article 30
Network for consumer safety
(1. A European network of Member States„ authorities responsible for product safety (hereinafter referred to as “the Consumer Safety Network') is hereby established.
The purpose of the Consumer Safety Network is to serve as a platform for structured coordination and cooperation between Member State authorities and the Commission to improve product safety in the Union.
(2. The Commission shall support and participate in the Consumer Safety Network, in particular through administrative cooperation.
(3) The tasks of the Consumer Safety Network are in particular the following:
a)
facilitating the regular exchange of information on risk assessments, dangerous products, test methods and results, standards, data collection methodologies, interoperability of information and communication systems, recent scientific developments and the use of new technologies and other aspects relevant to control activities,
b)
organising the establishment and implementation of joint supervisory and test projects, including in connection with e-commerce,
c)
promoting the exchange of expertise and best practice and co-operation in training activities,
d)
improving cooperation on tracing, withdrawal from the market and recall of dangerous products at Union level,
e)
facilitating better and more structured co-operation between Member States in the enforcement of product safety and, in particular, facilitating the activities referred to in Article 32; and
f)
facilitating the implementation of this Regulation.
(4. The Consumer Safety Network shall coordinate its activities with other existing Union activities in the field of market surveillance and consumer safety and, where appropriate, cooperate and exchange information with other Union networks, groups and bodies.
(5) Das Netzwerk für Verbrauchersicherheit verabschiedet ein Arbeitsprogramm, in dem unter anderem die Prioritäten für die Sicherheit der Produkte und für die Risiken, die unter diese Verordnung fallen, in der Union festgelegt werden.
Das Netzwerk für Verbrauchersicherheit tritt in regelmäßigen Abständen sowie bei Bedarf auf ein hinreichend begründetes Ersuchen der Kommission oder eines Mitgliedstaats zusammen.
Das Netzwerk für Verbrauchersicherheit kann Sachverständige und andere Dritte, einschließlich Verbraucherorganisationen, zu seinen Sitzungen einladen.
(6) Das Netzwerk für Verbrauchersicherheit wird ordnungsgemäß im gemäß Artikel 29 der Verordnung (EU) 2019/1020 eingerichteten Unionsnetzwerk für Produktkonformität vertreten, beteiligt sich regelmäßig an seinen einschlägigen Tätigkeiten und trägt zu seinen Tätigkeiten im Bereich der Produktsicherheit bei, um eine angemessene Koordinierung der Marktüberwachungstätigkeiten sowohl in harmonisierten als auch in nicht harmonisierten Bereichen sicherzustellen.
Artikel 31
Gemeinsame Tätigkeiten zur Produktsicherheit
(1) Im Rahmen der in Artikel 30 Absatz 3 Buchstabe b genannten Tätigkeiten können Marktüberwachungsbehörden mit anderen betroffenen Behörden oder mit Organisationen, die Wirtschaftsakteure oder Verbraucher vertreten, die Durchführung von Tätigkeiten vereinbaren, mit denen die Sicherheit und der Schutz der Gesundheit der Verbraucher in Bezug auf bestimmte Produktkategorien gewährleistet werden soll, die auf dem Markt bereitgestellt werden, insbesondere Produktkategorien, bei denen oft festgestellt wird, dass sie ein ernstes Risiko für die Gesundheit und Sicherheit von Verbrauchern darstellen.
(2) Die betroffenen Marktüberwachungsbehörden und die in Absatz 1 genannten Parteien tragen dafür Sorge, dass die Vereinbarung über die Durchführung solcher Tätigkeiten weder einen unfairen Wettbewerb zwischen Wirtschaftsakteuren nach sich zieht noch die Objektivität, Unabhängigkeit und Unparteilichkeit dieser Parteien beeinträchtigt.
(3) Die Kommission organisiert in regelmäßigen Abständen gemeinsame Tätigkeiten von Marktüberwachungsbehörden, in deren Rahmen die Marktüberwachungsbehörden Prüfungen von online oder offline angebotenen Produkten vornehmen, die diese Behörden unter Verwendung einer verdeckten Identität erworben haben.
(4) Eine Marktüberwachungsbehörde kann alle im Rahmen gemeinsamer Tätigkeiten, die Teil einer von ihr durchgeführten Untersuchung zur Sicherheit von Produkten waren, gewonnenen Informationen nutzen.
(5) Die betreffende Marktüberwachungsbehörde macht die Vereinbarung über gemeinsame Tätigkeiten, einschließlich der Namen der Parteien, der Öffentlichkeit zugänglich und trägt diese Vereinbarung in das in Artikel 34 der Verordnung (EU) 2019/1020 genannte Informations- und Kommunikationssystem ein. Die Kommission macht diese Vereinbarung im Safety-Gate-Portal zugänglich.
Artikel 32
Gleichzeitige koordinierte Kontrollmaßnahmen von Marktüberwachungsbehörden („Sweeps“)
(1) Die betreffenden Marktüberwachungsbehörden führen zur Prüfung der Einhaltung dieser Verordnung gleichzeitige koordinierte Kontrollmaßnahmen (im Folgenden „Sweeps“) zu bestimmten Produkten oder Produktkategorien durch.
(2) Sofern die beteiligten Marktüberwachungsbehörden nichts anderes vereinbaren, werden Sweeps von der Kommission koordiniert. Der Koordinator des Sweeps veröffentlicht gegebenenfalls die zusammengefassten Ergebnisse.
(3) Bei der Durchführung von Sweeps können die beteiligten Marktüberwachungsbehörden die Ermittlungsbefugnisse nach Kapitel V und etwaige weitere Befugnisse, die ihnen nach nationalem Recht übertragen wurden, nutzen.
(4) Die Marktüberwachungsbehörden dürfen Kommissionsbeamte und weitere von der Kommission autorisierte Begleitpersonen zur Teilnahme an Sweeps einladen.
KAPITEL VIII
RECHT AUF AUSKUNFT UND AUF ABHILFE
Artikel 33
Information zwischen Behörden und der Öffentlichkeit
(1) Die den Behörden der Mitgliedstaaten oder der Kommission zur Verfügung stehenden Informationen über Maßnahmen zu Produkten, die Risiken für die Gesundheit und Sicherheit von Verbrauchern darstellen, werden der Öffentlichkeit gemäß den Anforderungen der Transparenz und unbeschadet der für Überwachungs- und Untersuchungstätigkeiten erforderlichen Einschränkungen grundsätzlich zugänglich gemacht. Insbesondere hat die Öffentlichkeit Zugang zu Informationen über die Produktidentifizierung, die Art des Risikos und die getroffenen Maßnahmen. Diese Informationen müssen auch in für Menschen mit Behinderungen zugänglichen Formaten bereitgestellt werden.
(2) Die Mitgliedstaaten und die Kommission unternehmen die erforderlichen Schritte, um sicherzustellen, dass ihre Beamten und Bediensteten die für die Zwecke dieser Verordnung gesammelten Informationen schützen. Diese Informationen werden im Einklang mit dem Unionsrecht und dem nationalen Recht als vertraulich behandelt.
(3) Der Schutz des Geschäftsgeheimnisses steht der Weitergabe von Informationen, die für die Gewährleistung der Wirksamkeit von Marktbeobachtungs- und Überwachungstätigkeiten relevant sind, an die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten und die Kommission nicht entgegen. Erhalten die Behörden Informationen, die unter das Geschäftsgeheimnis fallen, so schützen sie deren Vertraulichkeit im Einklang mit dem Unionsrecht und dem nationalen Recht.
(4) Die Mitgliedstaaten geben Verbrauchern und anderen betroffenen Parteien die Möglichkeit, bei den zuständigen Behörden Beschwerden über Produktsicherheit, über Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten im Zusammenhang mit bestimmten Produkten sowie über Fälle, in denen Verbrauchern im Falle von Produktrückrufen angebotene Abhilfemaßnahmen nicht zufriedenstellend sind, einzulegen. Sie gehen diesen Beschwerden in angemessener Weise nach. Die zuständigen Behörden stellen dem Beschwerdeführer angemessene Informationen über die Folgemaßnahmen im Einklang mit dem nationalen Recht zur Verfügung.
Artikel 34
Safety-Gate-Portal
(1) Die Kommission unterhält für die Zwecke des Artikels 9 Absatz 9, der Artikel 20 und 22, des Artikels 31 Absatz 5 und des Artikels 33 Absatz 1 ein Safety-Gate-Portal, das der Öffentlichkeit kostenlosen und freien Zugang zu ausgewählten Informationen bietet, die gemäß Artikel 26 gemeldet werden (im Folgenden „Safety-Gate-Portal“).
(2) Das Safety-Gate-Portal verfügt über eine für die Nutzer intuitive Schnittstelle, und die auf diesem Portal bereitgestellten Informationen müssen für die Öffentlichkeit, auch für Menschen mit Behinderungen, leicht zugänglich sein.
(3) Verbraucher und andere betroffene Parteien haben die Möglichkeit, über eine gesonderte Rubrik des Safety-Gate-Portals die Kommission über Produkte zu informieren, die ein Risiko für die Gesundheit und Sicherheit von Verbrauchern darstellen könnten. Die Kommission berücksichtigt die übermittelten Informationen gebührend und leitet diese gegebenenfalls nach Überprüfung ihrer Richtigkeit unverzüglich an die betreffenden Mitgliedstaaten weiter, um sicherzustellen, dass diese Informationen angemessen weiterverfolgt werden. Die Kommission unterrichtet die Verbraucher und andere betroffene Parteien über ihr Vorgehen.
(4) Die Kommission erlässt im Wege eines Durchführungsrechtsakts die Modalitäten für die Übermittlung von Informationen durch Verbraucher gemäß Absatz 3 sowie für die Zuleitung dieser Informationen an die betreffenden nationalen Behörden zwecks möglicher Folgemaßnahmen. Dieser Durchführungsrechtsakt wird gemäß dem in Artikel 46 Absatz 3 genannten Prüfverfahren erlassen.
(5) Bis zum 13. Dezember 2024 entwickelt die Kommission eine interoperable Schnittstelle, die es den Anbietern von Online-Marktplätzen ermöglicht, ihre Schnittstellen mit dem Safety-Gate-Portal zu verknüpfen.
(6) Die Kommission erlässt Durchführungsrechtsakte, in denen die Umsetzung der interoperablen Schnittstelle des Safety-Gate-Portals gemäß Absatz 5 festgelegt wird, insbesondere in Bezug auf den Zugang zum System und dessen Betrieb. Diese Durchführungsrechtsakte werden gemäß dem in Artikel 46 Absatz 3 genannten Prüfverfahren erlassen.
Artikel 35
Unterrichtung der Verbraucher über die Produktsicherheit durch Wirtschaftsakteure und Anbieter von Online-Marktplätzen
(1) Im Falle eines Produktsicherheitsrückrufs oder wenn Verbrauchern Informationen zur Kenntnis gebracht werden müssen, um die sichere Verwendung eines Produkts zu gewährleisten (im Folgenden „Sicherheitswarnung“), stellen Wirtschaftsakteure im Einklang mit ihren jeweiligen Pflichten nach den Artikeln 9, 10, 11 und 12 und Anbieter von Online-Marktplätzen im Einklang mit ihren Pflichten nach Artikel 22 Absatz 12 sicher, dass alle betroffenen Verbraucher, die sie ermitteln können, direkt und unverzüglich unterrichtet werden. Wirtschaftsakteure und gegebenenfalls Anbieter von Online-Marktplätzen, die personenbezogene Daten ihrer Kunden erheben, nutzen diese Informationen für Rückrufe und Sicherheitswarnungen.
(2) Wirtschaftsakteure und Anbieter von Online-Marktplätzen mit Produktregistrierungssystemen oder Kundenbindungsprogrammen, die die Identifizierung von von Kunden gekauften Produkten zu anderen Zwecken als der Übermittlung von Sicherheitsinformationen an ihre Kunden ermöglichen, geben ihren Kunden die Möglichkeit, gesonderte Kontaktdaten ausschließlich zu Sicherheitszwecken zu hinterlegen. Die zu diesem Zweck erhobenen personenbezogenen Daten beschränken sich auf das erforderliche Mindestmaß und werden nur verwendet, um Verbraucher im Falle eines Rückrufs oder einer Sicherheitswarnung zu kontaktieren.
(3) Die Kommission kann im Wege von Durchführungsrechtsakten Anforderungen für bestimmte Produkte oder Produktkategorien festlegen, die von Wirtschaftsakteuren und Anbietern von Online-Marktplätzen zu erfüllen sind, damit Verbraucher die Möglichkeit erhalten, ein Produkt, das sie gekauft haben, zu registrieren, um im Falle eines Produktsicherheitsrückrufs oder einer Sicherheitswarnung in Bezug auf dieses Produkt gemäß Absatz 1 dieses Artikels direkt benachrichtigt zu werden. Diese Durchführungsrechtsakte werden gemäß dem in Artikel 46 Absatz 3 genannten Prüfverfahren erlassen.
(4) Können nicht alle betroffenen Verbraucher gemäß Absatz 1 kontaktiert werden, so verbreiten Wirtschaftsakteure und Anbieter von Online-Marktplätzen im Einklang mit ihren jeweiligen Pflichten über andere geeignete Kanäle eine klare und sichtbare Rückrufanzeige oder Sicherheitswarnung, um die größtmögliche Reichweite zu gewährleisten, einschließlich, falls verfügbar, über die Website des Unternehmens, Kanäle auf sozialen Medien, Newsletter und Verkaufsstellen sowie gegebenenfalls Ankündigungen in Massenmedien und anderen Kommunikationskanälen. Diese Informationen müssen für Menschen mit Behinderungen zugänglich sein.
Artikel 36
Rückrufanzeige
(1) Werden Verbraucher gemäß Artikel 35 Absätze 1 und 4 schriftlich über einen Produktsicherheitsrückruf unterrichtet, so erfolgt dies in Form einer Rückrufanzeige.
(2) Eine Rückrufanzeige, die für die Verbraucher leicht verständlich ist, muss in der oder den Sprachen des oder der Mitgliedstaaten verfügbar sein, in denen das Produkt auf dem Markt bereitgestellt wurde, und folgende Elemente enthalten:
a)
eine Überschrift, die aus den Worten „Produktsicherheitsrückruf“ besteht,
b)
eine klare Beschreibung des zurückgerufenen Produkts, einschließlich
i)
Abbildung, Name und Marke des Produkts,
ii)
Produktionskennnummern, wie etwa Chargen- oder Seriennummer, und gegebenenfalls einer grafischen Darstellung, wo diese auf dem Produkt zu finden sind, sowie
iii)
Angaben dazu, wann, wo und von wem das Produkt verkauft wurde (sofern verfügbar);
c)
eine klare Beschreibung der mit dem zurückgerufenen Produkt verbundenen Gefahr, wobei Elemente zu vermeiden sind, die die Risikowahrnehmung der Verbraucher beeinträchtigen können, wie etwa die Verwendung von Begriffen und Formulierungen wie „freiwillig“, „vorsorglich“, „im Ermessen“, „in seltenen Situationen“ oder „in spezifischen Situationen“ oder Hinweise, dass keine Unfälle gemeldet wurden,
d)
eine klare Beschreibung, wie Verbraucher vorgehen sollten, einschließlich einer Anweisung, die Verwendung des zurückgerufenen Produkts unverzüglich einzustellen,
e)
eine klare Beschreibung der den Verbrauchern gemäß Artikel 37 zur Verfügung stehenden Abhilfemaßnahmen,
f)
eine gebührenfreie Telefonnummer oder einen interaktiven Online-Dienst, bei dem Verbraucher mehr Informationen in der oder den jeweiligen Amtssprachen der Union erhalten können, und
g)
eine Aufforderung, die Informationen über den Rückruf gegebenenfalls an andere Personen weiterzuleiten.
(3) Die Kommission legt im Wege von Durchführungsrechtsakten unter Berücksichtigung von wissenschaftlichen Entwicklungen und Marktentwicklungen eine Vorlage für eine Rückrufanzeige fest. Diese Durchführungsrechtsakte werden gemäß dem in Artikel 46 Absatz 2 genannten Beratungsverfahren erlassen. Diese Vorlage wird von der Kommission in einem Format zur Verfügung gestellt, das es den Wirtschaftsakteuren ermöglicht, eine Rückrufanzeige leicht zu erstellen, auch in für Menschen mit Behinderungen zugänglichen Formaten.
Artikel 37
Abhilfemaßnahmen im Falle eines Produktsicherheitsrückruf
(1) Unbeschadet der Richtlinien (EU) 2019/770 und (EU) 2019/771 bietet im Falle eines Produktsicherheitsrückrufs, der von einem Wirtschaftsakteur eingeleitet oder von einer zuständigen nationalen Behörde angeordnet wurde, der für den Produktsicherheitsrückruf verantwortliche Wirtschaftsakteur dem Verbraucher wirksame, kostenfreie und zeitnahe Abhilfe an.
(2) Unbeschadet anderer Abhilfemaßnahmen, die der für den Rückruf verantwortliche Wirtschaftsakteur dem Verbraucher möglicherweise anbietet, bietet der Wirtschaftsakteur dem Verbraucher die Wahl zwischen mindestens zwei der folgenden Abhilfemaßnahmen:
a)
Reparatur des zurückgerufenen Produkts,
b)
Ersatz des zurückgerufenen Produkts durch ein sicheres Produkt desselben Typs mit mindestens demselben Wert und derselben Qualität oder
c)
angemessene Erstattung des Wertes des zurückgerufenen Produkts, sofern der Erstattungsbetrag mindestens dem vom Verbraucher gezahlten Preis entspricht.
Abweichend von Unterabsatz 1 kann der Wirtschaftsakteur dem Verbraucher nur eine einzige Abhilfemaßnahme anbieten, wenn andere Abhilfemaßnahmen unmöglich wären oder dem für den Produktsicherheitsrückruf verantwortlichen Wirtschaftsakteur im Vergleich zur vorgeschlagenen Abhilfemaßnahme Kosten auferlegen würden, die unter Berücksichtigung aller Umstände unverhältnismäßig wären, einschließlich der Frage, ob die alternative Abhilfemaßnahme ohne erhebliche Unannehmlichkeiten für den Verbraucher bereitgestellt werden könnte.
Der Verbraucher hat stets Anspruch auf Erstattung des Produkts, wenn der für den Produktsicherheitsrückruf verantwortliche Wirtschaftsakteur die Reparatur oder den Ersatz nicht innerhalb einer angemessenen Frist und ohne erhebliche Unannehmlichkeiten für den Verbraucher abgeschlossen hat.
(3) Eine Reparatur durch einen Verbraucher wird nur dann als wirksame Abhilfemaßnahme erachtet, wenn sie vom Verbraucher leicht und sicher durchgeführt werden kann und dies in der Rückrufanzeige vorgesehen ist. In diesen Fällen stellt der für den Produktsicherheitsrückruf verantwortliche Wirtschaftsakteur Verbrauchern die erforderlichen Anweisungen, kostenlose Ersatzteile oder Software-Aktualisierungen zur Verfügung. Durch die Reparatur durch einen Verbraucher dürfen dem Verbraucher nicht die in den Richtlinien (EU) 2019/770 und (EU) 2019/771 vorgesehenen Rechte vorenthalten werden.
(4) Die Entsorgung des Produkts durch Verbraucher wird nur dann in die von Verbrauchern gemäß Artikel 36 Absatz 2 Buchstabe d zu ergreifenden Maßnahmen einbezogen, wenn diese Entsorgung vom Verbraucher leicht und sicher durchgeführt werden kann, und berührt nicht das Recht des Verbrauchers auf Erstattung oder Ersatz des zurückgerufenen Produkts gemäß Absatz 1 des vorliegenden Artikels.
(5) Die Abhilfemaßnahme darf keine erheblichen Unannehmlichkeiten für den Verbraucher mit sich bringen. Der Verbraucher trägt nicht die Kosten für den Versand oder die anderweitige Rückgabe des Produkts. Bei Produkten, die aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht transportabel sind, sorgt der Wirtschaftsakteur dafür, dass das Produkt abgeholt wird.
Artikel 38
Vereinbarungen
(1) Die zuständigen nationalen Behörden und die Kommission können freiwillige Vereinbarungen mit Wirtschaftsakteuren oder Anbietern von Online-Marktplätzen sowie mit Organisationen, die Verbraucher oder Wirtschaftsakteure vertreten, fördern, mit denen freiwillige Verpflichtungen zur Verbesserung der Produktsicherheit eingegangen werden sollen.
(2) Freiwillige Verpflichtungen im Rahmen solcher Vereinbarungen lassen die Pflichten von Wirtschaftsakteuren und Anbietern von Online-Marktplätzen im Rahmen dieser Verordnung und anderen einschlägigen Unionsrechts unberührt.
Artikel 39
Verbandsklagen
Die Richtlinie (EU) 2020/1828 ist auf Verbandsklagen gegen Verstöße von Wirtschaftsakteuren und Anbietern von Online-Marktplätzen gegen Bestimmungen dieser Verordnung, die den Kollektivinteressen von Verbrauchern schaden oder schaden können, anwendbar.
KAPITEL IX
INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT
Artikel 40
Internationale Zusammenarbeit
(1) Um das allgemeine Sicherheitsniveau der auf dem Markt bereitgestellten Produkte zu verbessern und gleiche Wettbewerbsbedingungen auf internationaler Ebene sicherzustellen, kann die Kommission mit Behörden von Drittländern oder internationalen Organisationen im Bereich der Anwendung dieser Verordnung zusammenarbeiten, auch durch den Austausch von Informationen. Jegliche derartige Zusammenarbeit beruht auf Gegenseitigkeit, enthält Bestimmungen zur Vertraulichkeit, die den in der Union geltenden Bestimmungen entsprechen, und stellt sicher, dass jeglicher Informationsaustausch im Einklang mit dem geltenden Unionsrecht erfolgt. Die Zusammenarbeit oder der Austausch von Informationen kann unter anderem Folgendes betreffen:
a)
Durchsetzungstätigkeiten und Maßnahmen im Zusammenhang mit der Sicherheit, auch um die Verbreitung gefährlicher Produkte zu verhindern, einschließlich Marktüberwachung,
b)
Risikobewertungsmethoden und Produktprüfung,
c)
koordinierte Produktrückrufe und andere vergleichbare Maßnahmen,
d)
Wissenschafts-, Technik- und Regelungsfragen zwecks Verbesserung der Produktsicherheit und zwecks Entwicklung gemeinsamer Prioritäten und Konzepte auf internationaler Ebene,
e)
neu auftretende Fragen von wesentlicher Bedeutung für Gesundheit und Sicherheit,
f)
Einsatz neuer Technologien zur Verbesserung der Produktsicherheit und zur Verbesserung der Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette,
g)
normungsbezogene Tätigkeiten,
h)
Austausch von Beamten und Schulungsprogramme.
(2) Die Kommission kann Drittländern oder internationalen Organisationen ausgewählte Informationen aus dem Schnellwarnsystems Safety Gate zur Verfügung stellen und einschlägige Informationen zur Sicherheit von Produkten und zu Präventions-, Restriktions- und Korrekturmaßnahmen dieser Drittländer oder internationalen Organisationen erhalten. Die Kommission leitet diese Informationen gegebenenfalls an nationale Behörden weiter.
(3) Der Informationsaustausch nach Absatz 2 kann in einer der folgenden Formen erfolgen:
a)
ein nicht-systematischer Austausch in hinreichend begründeten und spezifischen Fällen oder
b)
ein systematischer Austausch auf der Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung, in der die Art der auszutauschenden Informationen und die Modalitäten des Austauschs festgelegt werden.
(4) Die vollständige Beteiligung am Schnellwarnsystem Safety Gate kann Bewerberländern und Drittländern offenstehen, sofern ihre Rechtsvorschriften mit dem einschlägigen Unionsrecht in Einklang stehen und sie sich am Europäischen Normungssystem beteiligen. Diese Beteiligung geht mit denselben Pflichten wie für die Mitgliedstaaten gemäß dieser Verordnung einher, einschließlich Pflichten zur Meldung und zu Folgemaßnahmen. Die vollständige Beteiligung am Schnellwarnsystem Safety Gate erfolgt auf der Grundlage von Übereinkünften zwischen der Union und diesen Ländern gemäß den in diesen Übereinkünften festgelegten Bedingungen.
(5) Jeglicher Informationsaustausch nach diesem Artikel, soweit damit der Austausch personenbezogener Daten einhergeht, erfolgt im Einklang mit den Datenschutzvorschriften der Union. Die Übermittlung personenbezogener Daten darf nur erfolgen, soweit sie ausschließlich zum Schutz der Gesundheit oder Sicherheit von Verbrauchern erforderlich ist.
(6) Die nach Maßgabe dieses Artikels ausgetauschten Informationen dürfen ausschließlich zum Schutz der Gesundheit oder Sicherheit von Verbrauchern verwendet werden.
KAPITEL X
FINANZIERUNGSBESTIMMUNGEN
Artikel 41
Finanzierungstätigkeiten
(1) Die Union finanziert im Zusammenhang mit der Anwendung dieser Verordnung folgende Tätigkeiten:
a)
Durchführung von Aufgaben des Netzwerks für Verbrauchersicherheit;
b)
Entwicklung und Betrieb des Schnellwarnsystems Safety Gate, einschließlich der Entwicklung elektronischer Interoperabilitätslösungen für den Austausch von Daten
i)
zwischen dem Schnellwarnsystem Safety Gate und den nationalen Marktüberwachungssystemen;
ii)
zwischen dem Schnellwarnsystem Safety Gate und Zollsystemen;
iii)
mit anderen einschlägigen eingeschränkt zugänglichen Systemen, die von Marktüberwachungsbehörden zu Durchsetzungszwecken eingesetzt werden;
c)
Entwicklung und Unterhalt des Safety-Gate-Portals und des Safety-Business-Gateways, einschließlich einer beschränkungsfreien öffentlich zugänglichen Software-Schnittstelle für den Datenaustausch mit Plattformen und Dritten.
(2) Die Union kann im Zusammenhang mit der Anwendung dieser Verordnung folgende Tätigkeiten finanzieren:
a)
die Entwicklung von in Artikel 40 genannten Instrumenten der internationalen Zusammenarbeit,
b)
die Erstellung und Aktualisierung von Beiträgen zu Leitlinien für die Marktüberwachung und Produktsicherheit,
c)
die Bereitstellung technischen oder wissenschaftlichen Fachwissens für die Kommission zu deren Unterstützung bei der Durchführung der Verwaltungszusammenarbeit im Bereich der Marktüberwachung,
d)
die Ausführung vorbereitender oder begleitender Arbeiten im Zusammenhang mit der Durchführung von Marktüberwachungstätigkeiten in Verbindung mit der Anwendung dieser Verordnung, wie etwa Studien, Programme, Evaluierungen, Leitlinien, vergleichende Analysen, wechselseitige Besuche und Besuchsprogramme, Austausch von Personal, Forschungsarbeiten, Entwicklung und Unterhalt von Datenbanken, Schulungstätigkeiten, Laborarbeiten, Leistungstests, Labor-Ringvergleiche und Arbeiten zur Konformitätsbewertung,
e)
Marktüberwachungskampagnen der Union und damit verbundene Tätigkeiten, einschließlich Ressourcen und Ausrüstung, IT-Instrumente und Schulungen,
f)
Tätigkeiten, die im Rahmen von Programmen zur technischen Unterstützung durchgeführt werden, die Zusammenarbeit mit Drittländern und die Förderung und Verbesserung der Marktüberwachungsstrategien und -systeme der Union bei den betroffenen Parteien auf Unions- und internationaler Ebene, einschließlich der von Verbraucherorganisationen zur Verbesserung der Verbraucherinformation durchgeführten Tätigkeiten.
(3) Die finanzielle Unterstützung der Union für die Tätigkeiten im Rahmen dieser Verordnung wird gemäß der Verordnung (EU, Euratom) 2018/1046 des Europäischen Parlaments und des Rates (31) entweder direkt oder indirekt durch die Übertragung von Haushaltsausführungsaufgaben an die in Artikel 62 Absatz 1 Buchstabe c jener Verordnung genannten Einrichtungen ausgeführt.
(4) Die Mittel, die für die in der vorliegenden Verordnung genannten Tätigkeiten bereitgestellt werden, werden jährlich vom Europäischen Parlament und vom Rat innerhalb der Grenzen des geltenden Finanzrahmens festgesetzt.
(5) Die Mittel, die vom Europäischen Parlament und vom Rat zur Finanzierung von Marktüberwachungstätigkeiten festgesetzt werden, können auch zur Deckung von Ausgaben für Vorbereitungs-, Überwachungs-, Kontroll-, Rechnungsprüfungs- und Evaluierungstätigkeiten verwendet werden, die für die Verwaltung der Tätigkeiten nach dieser Verordnung und die Verwirklichung ihrer Ziele erforderlich sind — insbesondere Studien, Sitzungen von Sachverständigen, Informations- und Kommunikationsmaßnahmen, einschließlich institutioneller Kommunikation über die politischen Prioritäten der Union, soweit diese mit den allgemeinen Zielen der Marktüberwachungstätigkeiten zusammenhängen, Ausgaben für Informationstechnologienetze zur Verarbeitung und zum Austausch von Informationen sowie alle sonstigen Ausgaben für technische und administrative Unterstützung, die der Kommission bei der Verwaltung der in dieser Verordnung vorgesehenen Tätigkeiten entstehen.
Artikel 42
Schutz der finanziellen Interessen der Union
(1) Die Kommission gewährleistet bei der Durchführung der nach dieser Verordnung finanzierten Maßnahmen den Schutz der finanziellen Interessen der Union durch geeignete Präventivmaßnahmen gegen Betrug, Korruption und sonstige rechtswidrige Handlungen, durch wirksame Kontrollen und — bei Feststellung von Unregelmäßigkeiten — durch Rückforderung zu Unrecht gezahlter Beträge sowie gegebenenfalls durch wirksame, verhältnismäßige und abschreckende verwaltungsrechtliche und finanzielle Sanktionen.
(2) Die Kommission oder ihre Vertreter und der Rechnungshof sind befugt, bei allen Begünstigten, Auftragnehmern und Unterauftragnehmern, die Unionsmittel aus dem Binnenmarktprogramm und seinem Nachfolgeprogramm erhalten haben, Rechnungsprüfungen anhand von Belegen und Überprüfungen vor Ort gemäß den in der Verordnung (Euratom, EG) Nr. 2185/96 des Rates (32) festgelegten Bestimmungen und Verfahren durchzuführen.
(3) Das OLAF kann gemäß den Bestimmungen und Verfahren der Verordnung (EU, Euratom) Nr. 883/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates (33) und der Verordnung (Euratom, EG) Nr. 2185/96 Untersuchungen, einschließlich Kontrollen und Überprüfungen vor Ort durchführen, um festzustellen, ob im Zusammenhang mit einer Finanzhilfevereinbarung, einem Finanzhilfebeschluss oder einem Vertrag über eine Finanzierung im Rahmen des Programms Betrug, Korruption oder eine sonstige rechtswidrige Handlung zum Nachteil der finanziellen Interessen der Union vorliegt.
(4) Unbeschadet der Absätze 1, 2 und 3 ist der Kommission, dem Rechnungshof und dem OLAF in Kooperationsübereinkünften mit Drittländern und internationalen Organisationen, in Verträgen, in Finanzhilfevereinbarungen und in Finanzhilfebeschlüssen, die sich aus der Durchführung dieser Verordnung ergeben, ausdrücklich die Befugnis zu erteilen, derartige Rechnungsprüfungen und Untersuchungen im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten durchzuführen.
KAPITEL XI
SCHLUSSBESTIMMUNGEN
Artikel 43
Haftung
(1) Eine Entscheidung aufgrund dieser Verordnung, mit der Beschränkungen für das Inverkehrbringen eines Produkts oder seine Bereitstellung auf dem Markt auferlegt oder seine Rücknahme vom Markt oder sein Rückruf angeordnet werden, berührt in keiner Weise eine eventuelle Bewertung der Haftung der betreffenden Partei nach Maßgabe des im fraglichen Fall anwendbaren nationalen Rechts.
(2) Diese Verordnung lässt die Richtlinie 85/374/EWG des Rates (34) unberührt.
Artikel 44
Sanktionen
(1) Die Mitgliedstaaten erlassen Vorschriften über Sanktionen, die bei Verstößen gegen diese Verordnung, durch die Wirtschaftsakteuren und Anbietern von Online-Marktplätzen Pflichten auferlegt werden, zu verhängen sind, und ergreifen alle erforderlichen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass sie im Einklang mit dem nationalen Recht umgesetzt werden.
(2) Die vorgesehenen Sanktionen müssen wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein.
(3) Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission diese Vorschriften und Maßnahmen bis zum 13. Dezember 2024 mit, sofern eine solche Mitteilung nicht zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt ist, und teilen ihr unverzüglich alle späteren Änderungen mit, die sich auf sie auswirken.
Artikel 45
Ausübung der Befugnisübertragung
(1) Der Kommission wird die Befugnis zum Erlass delegierter Rechtsakte nach den in diesem Artikel festgelegten Bedingungen übertragen.
(2) Die Befugnis zum Erlass delegierter Rechtsakte gemäß Artikel 18 Absatz 3 und Artikel 26 Absatz 10 wird der Kommission auf unbestimmte Zeit ab dem 12. Juni 2023 übertragen.
(3) Die Befugnisübertragung gemäß Artikel 18 Absatz 3 und Artikel 26 Absatz 10 kann vom Europäischen Parlament oder vom Rat jederzeit widerrufen werden. Der Beschluss über den Widerruf beendet die Übertragung der in diesem Beschluss angegebenen Befugnis. Er wird am Tag nach der Veröffentlichung des Beschlusses im Amtsblatt der Europäischen Union oder zu einem darin angegebenen späteren Zeitpunkt wirksam. Die Gültigkeit von delegierten Rechtsakten, die bereits in Kraft sind, wird von dem Beschluss über den Widerruf nicht berührt.
(4) Vor dem Erlass eines delegierten Rechtsakts konsultiert die Kommission die von den einzelnen Mitgliedstaaten benannten Sachverständigen im Einklang mit den in der Interinstitutionellen Vereinbarung vom 13. April 2016 über bessere Rechtsetzung enthaltenen Grundsätzen.
(5) Sobald die Kommission einen delegierten Rechtsakt erlässt, übermittelt sie ihn gleichzeitig dem Europäischen Parlament und dem Rat.
(6) Ein delegierter Rechtsakt, der gemäß Artikel 18 Absatz 3 oder Artikel 26 Absatz 10 erlassen wurde, tritt nur in Kraft, wenn weder das Europäische Parlament noch der Rat innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Übermittlung dieses Rechtsakts an das Europäische Parlament und den Rat Einwände erhoben haben oder wenn vor Ablauf dieser Frist das Europäische Parlament und der Rat beide der Kommission mitgeteilt haben, dass sie keine Einwände erheben werden. Auf Initiative des Europäischen Parlaments oder des Rates wird diese Frist um zwei Monate verlängert.
Artikel 46
Ausschussverfahren
(1) Die Kommission wird von einem Ausschuss unterstützt. Dieser Ausschuss ist ein Ausschuss im Sinne der Verordnung (EU) Nr. 182/2011.
(2) Wird auf diesen Absatz Bezug genommen, so gilt Artikel 4 der Verordnung (EU) Nr. 182/2011.
(3) Wird auf diesen Absatz Bezug genommen, so gilt Artikel 5 der Verordnung (EU) Nr. 182/2011.
(4) Wird auf diesen Absatz Bezug genommen, so gilt Artikel 8 der Verordnung (EU) Nr. 182/2011 in Verbindung mit deren Artikel 5.
Artikel 47
Evaluierung und Überprüfung
(1) Die Kommission nimmt bis zum 13. Dezember 2029 eine Evaluierung dieser Verordnung vor. Die Kommission legt dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss einen Bericht mit den wichtigsten Ergebnissen vor. In diesem Bericht wird bewertet, ob das in dieser Verordnung und insbesondere in den Artikeln 18, 22 und 25 festgelegte Ziel der Verbesserung des Schutzes der Verbraucher vor gefährlichen Produkten erreicht wurde; hierbei werden auch die sich durch neue Technologien ergebenden Herausforderungen und die Auswirkungen der Verordnung auf Unternehmen, insbesondere auf KMU, berücksichtigt.
(2) Die Kommission erstellt bis zum 13. Dezember 2029 einen Evaluierungsbericht über die Durchführung des Artikels 16. In diesem Bericht werden insbesondere der Anwendungsbereich, die Auswirkungen sowie die Kosten und der Nutzen des genannten Artikels bewertet. Der Bericht wird gegebenenfalls zusammen mit einem Gesetzgebungsvorschlag vorgelegt.
(3) Bis zum 13. Dezember 2027 bewertet die Kommission die Modalitäten für die Durchführung der Bestimmungen über die Entfernung illegaler Inhalte von Online-Marktplätzen gemäß Artikel 22 Absätze 4, 5 und 6 mittels eines im Rahmen des Safety-Gate-Portals konzipierten und entwickelten Meldesystems der Union. Diese Bewertung wird gegebenenfalls zusammen mit einem Gesetzgebungsvorschlag vorgelegt.
(4) Bis zum 13. Dezember 2026 veröffentlicht die Kommission einen Bericht über die Funktionsweise der Vernetzung zwischen dem in Artikel 34 der Verordnung (EU) 2019/1020 genannten Informations- und Kommunikationssystem und dem in der vorliegenden Verordnung genannten Safety-Gate-Portal, der gegebenenfalls Informationen über ihre jeweiligen Funktionen, weitere Verbesserungen oder die Entwicklung einer neuen Schnittstelle enthält.
(5) Bis zum 13. Dezember 2029 erstellt die Kommission einen Evaluierungsbericht über die Durchführung des Artikels 44. In diesem Bericht werden insbesondere die Wirksamkeit und die abschreckende Wirkung der nach jenem Artikel verhängten Sanktionen bewertet. Der Bericht wird gegebenenfalls zusammen mit einem Gesetzgebungsvorschlag vorgelegt.
(6) Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission auf Anfrage die für die Evaluierung dieser Verordnung erforderlichen Informationen.
Artikel 48
Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012
Die Verordnung (EU) Nr. 1025/2012 wird wie folgt geändert:
1.
In Artikel 10 wird folgender Absatz angefügt:
„(7) Erfüllt eine europäische Norm zur Unterstützung der Verordnung (EU) 2023/988 des Europäischen Parlaments und des Rates (*1) das allgemeine Sicherheitsgebot nach Artikel 5 jener Verordnung und die spezifischen Sicherheitsanforderungen nach Artikel 7 Absatz 2 jener Verordnung, so veröffentlicht die Kommission unverzüglich eine Fundstelle dieser europäischen Norm im Amtsblatt der Europäischen Union.
(*1) Verordnung (EU) 2023/988 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Mai 2023 über die allgemeine Produktsicherheit, zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates und der Richtlinie (EU) 2020/1828 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie zur Aufhebung der Richtlinie 2001/95/EG des Europäischen Parlaments und des Rates und der Richtlinie 87/357/EWG des Rates (ABl. L 135 vom 23.5.2023, S. 1).“ „
2.
In Artikel 11 erhalten die Absätze 1, 2 und 3 folgende Fassung:
„(1) Ist ein Mitgliedstaat oder das Europäische Parlament der Auffassung, dass eine harmonisierte Norm oder europäische Norm, die zur Unterstützung der Verordnung (EU) 2023/988 ausgearbeitet wurde, den Anforderungen nicht voll entspricht, die sie abdecken soll und die in den einschlägigen Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union festgelegt sind, so hat dieser Mitgliedstaat oder das Europäische Parlament die Kommission hiervon unter Beifügung einer ausführlichen Erläuterung in Kenntnis zu setzen. Die Kommission entscheidet nach Konsultation des durch die entsprechenden Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union eingesetzten Ausschusses, soweit ein solcher Ausschuss besteht, oder des durch jene Verordnung eingesetzten Ausschusses oder nach einer sonstigen Konsultation von Experten des jeweiligen Sektors,
a)
die Fundstellen der betreffenden harmonisierten Norm oder europäischen Norm, die zur Unterstützung jener Verordnung ausgearbeitet wurde, im Amtsblatt der Europäischen Union zu veröffentlichen, nicht zu veröffentlichen oder mit Einschränkungen zu veröffentlichen und
b)
die Fundstellen der betreffenden harmonisierten Norm oder europäischen Norm, die zur Unterstützung jener Verordnung ausgearbeitet wurde, im Amtsblatt der Europäischen Union zu belassen, mit Einschränkung zu belassen oder zu streichen.
(2) Die Kommission veröffentlicht auf ihrer Website Informationen über die harmonisierten Normen und europäischen Normen, die zur Unterstützung der Verordnung (EU) 2023/988 ausgearbeitet wurden und Gegenstand einer Entscheidung gemäß Absatz 1 waren.
(3) Die Kommission unterrichtet die betreffende europäische Normungsorganisation über jede nach Absatz 1 getroffene Entscheidung und erteilt ihr erforderlichenfalls den Auftrag zur Überarbeitung der harmonisierten Normen oder der betreffenden europäischen Normen, die zur Unterstützung der Verordnung (EU) 2023/988
ausgearbeitet wurden.“
Artikel 49
Änderung der Richtlinie (EU) 2020/1828
In Anhang I der Richtlinie (EU) 2020/1828 erhält Nummer 8 folgende Fassung:
„8.
Verordnung (EU) 2023/988 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Mai 2023 über die allgemeine Produktsicherheit, zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates und der Richtlinie (EU) 2020/1828 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie zur Aufhebung der Richtlinie 2001/95/EG des Europäischen Parlaments und des Rates und der Richtlinie 87/357/EWG des Rates (ABl. L 135 vom 23.5.2023, S. 1).“
Artikel 50
Aufhebung
(1) Die Richtlinien 87/357/EWG und 2001/95/EG werden mit Wirkung vom 13. Dezember 2024 aufgehoben.
(2) Bezugnahmen auf die aufgehobenen Richtlinien gelten als Bezugnahmen auf die vorliegende Verordnung und die Verordnung (EU) Nr. 1025/2012 und sind nach der Entsprechungstabelle im Anhang der vorliegenden Verordnung zu lesen.
Artikel 51
Übergangsbestimmung
Die Mitgliedstaaten dürfen das Bereitstellen auf dem Markt von unter die Richtlinie 2001/95/EG fallenden Produkten nicht behindern, die mit jener Richtlinie konform sind und vor dem 13. Dezember 2024 in Verkehr gebracht wurden.
Artikel 52
Inkrafttreten und Anwendung
Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.
Sie gilt ab dem 13. Dezember 2024.
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Geschehen zu Straßburg am 10. Mai 2023.
Im Namen des Europäischen Parlaments
Die Präsidentin
R. METSOLA
Im Namen des Rates
Die Präsidentin
J. ROSWALL
(1) ABl. C 105 vom 4.3.2022, S. 99.
(2) Standpunkt des Europäischen Parlaments vom 30. März 2023 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht) und Beschluss des Rates vom 25. April 2023.
(3) Richtlinie 2001/95/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 3. Dezember 2001 über die allgemeine Produktsicherheit (ABl. L 11 vom 15.1.2002, S. 4).
(4) Richtlinie 87/357/EWG des Rates vom 25. Juni 1987 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für Erzeugnisse, deren tatsächliche Beschaffenheit nicht erkennbar ist und die die Gesundheit oder die Sicherheit der Verbraucher gefährden (ABl. L 192 vom 11.7.1987, S. 49).
(5) Verordnung (EU) 2019/1020 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2019 über Marktüberwachung und die Konformität von Produkten sowie zur Änderung der Richtlinie 2004/42/EG und der Verordnungen (EG) Nr. 765/2008 und (EU) Nr. 305/2011 (ABl. L 169 vom 25.6.2019, S. 1).
(6) Verordnung (EG) Nr. 178/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Januar 2002 zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts, zur Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit (ABl. L 31 vom 1.2.2002, S. 1).
(7) Verordnung (EU) 2017/625 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2017 über amtliche Kontrollen und andere amtliche Tätigkeiten zur Gewährleistung der Anwendung des Lebens- und Futtermittelrechts und der Vorschriften über Tiergesundheit und Tierschutz, Pflanzengesundheit und Pflanzenschutzmittel, zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 999/2001, (EG) Nr. 396/2005, (EG) Nr. 1069/2009, (EG) Nr. 1107/2009, (EU) Nr. 1151/2012, (EU) Nr. 652/2014, (EU) 2016/429 und (EU) 2016/2031 des Europäischen Parlaments und des Rates, der Verordnungen (EG) Nr. 1/2005 und (EG) Nr. 1099/2009 des Rates sowie der Richtlinien 98/58/EG, 1999/74/EG, 2007/43/EG, 2008/119/EG und 2008/120/EG des Rates und zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 854/2004 und (EG) Nr. 882/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richtlinien 89/608/EWG, 89/662/EWG, 90/425/EWG, 91/496/EWG, 96/23/EG, 96/93/EG und 97/78/EG des Rates und des Beschlusses 92/438/EWG des Rates (Verordnung über amtliche Kontrollen) (ABl. L 95 vom 7.4.2017, S. 1).
(8) Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Oktober 2004 über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen und zur Aufhebung der Richtlinien 80/590/EWG und 89/109/EWG (ABl. L 338 vom 13.11.2004, S. 4).
(9) Verordnung (EU) 2016/2031 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Oktober 2016 über Maßnahmen zum Schutz vor Pflanzenschädlingen, zur Änderung der Verordnungen (EU) Nr. 228/2013, (EU) Nr. 652/2014 und (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Richtlinien 69/464/EWG, 74/647/EWG, 93/85/EWG, 98/57/EG, 2000/29/EG, 2006/91/EG und 2007/33/EG des Rates (ABl. L 317 vom 23.11.2016, S. 4).
(10) Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009 mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 (Verordnung über tierische Nebenprodukte) (ABl. L 300 vom 14.11.2009, S. 1).
(11) Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und zur Aufhebung der Richtlinien 79/117/EWG und 91/414/EWG des Rates (ABl. L 309 vom 24.11.2009, S. 1).
(12) Verordnung (EU) 2018/1139 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2018 zur Festlegung gemeinsamer Vorschriften für die Zivilluftfahrt und zur Errichtung einer Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit sowie zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 2111/2005, (EG) Nr. 1008/2008, (EU) Nr. 996/2010, (EU) Nr. 376/2014 und der Richtlinien 2014/30/EU und 2014/53/EU des Europäischen Parlaments und des Rates, und zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 552/2004 und (EG) Nr. 216/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates und der Verordnung (EWG) Nr. 3922/91 des Rates (ABl. L 212 vom 22.8.2018, S. 1).
(13) Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28. November 2006 über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (ABl. L 347 vom 11.12.2006, S. 1).
(14) Verordnung (EU) Nr. 1025/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2012 zur europäischen Normung, zur Änderung der Richtlinien 89/686/EWG und 93/15/EWG des Rates sowie der Richtlinien 94/9/EG, 94/25/EG, 95/16/EG, 97/23/EG, 98/34/EG, 2004/22/EG, 2007/23/EG, 2009/23/EG und 2009/105/EG des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung des Beschlusses 87/95/EWG des Rates und des Beschlusses Nr. 1673/2006/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. L 316 vom 14.11.2012, S. 12).
(15) Richtlinie 2011/83/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2011 über die Rechte der Verbraucher, zur Abänderung der Richtlinie 93/13/EWG des Rates und der Richtlinie 1999/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates sowie zur Aufhebung der Richtlinie 85/577/EWG des Rates und der Richtlinie 97/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. L 304 vom 22.11.2011, S. 64).
(16) Richtlinie 2000/31/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2000 über bestimmte rechtliche Aspekte der Dienste der Informationsgesellschaft, insbesondere des elektronischen Geschäftsverkehrs, im Binnenmarkt („Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr“) (ABl. L 178 vom 17.7.2000, S. 1).
(17) Verordnung (EU) 2022/2065 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Oktober 2022 über einen Binnenmarkt für digitale Dienste und zur Änderung der Richtlinie 2000/31/EG (Gesetz über digitale Dienste) (ABl. L 277 vom 27.10.2022, S. 1).
(18) Verordnung (EU) Nr. 952/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. Oktober 2013 zur Festlegung des Zollkodex der Union (ABl. L 269 vom 10.10.2013, S. 1).
(19) Richtlinie (EU) 2019/771 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 2019 über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte des Warenkaufs, zur Änderung der Verordnung (EU) 2017/2394 und der Richtlinie 2009/22/EG sowie zur Aufhebung der Richtlinie 1999/44/EG (ABl. L 136 vom 22.5.2019, S. 28).
(20) Richtlinie (EU) 2019/770 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 2019 über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte und digitaler Dienstleistungen (ABl. L 136 vom 22.5.2019, S. 1).
(21) Richtlinie (EU) 2020/1828 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2020 über Verbandsklagen zum Schutz der Kollektivinteressen der Verbraucher und zur Aufhebung der Richtlinie 2009/22/EG (ABl. L 409 vom 4.12.2020, S. 1).
(22) ABl. L 123 vom 12.5.2016, S. 1.
(23) Verordnung (EU) Nr. 182/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Februar 2011 zur Festlegung der allgemeinen Regeln und Grundsätze, nach denen die Mitgliedstaaten die Wahrnehmung der Durchführungsbefugnisse durch die Kommission kontrollieren (ABl. L 55 vom 28.2.2011, S. 13).
(24) Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutz-Grundverordnung) (ABl. L 119 vom 4.5.2016, S. 1).
(25) Verordnung (EU) 2018/1725 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2018 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten durch die Organe, Einrichtungen und sonstigen Stellen der Union, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 45/2001 und des Beschlusses Nr. 1247/2002/EG (ABl. L 295 vom 21.11.2018, S. 39).
(26) Richtlinie 2002/58/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Juli 2002 über die Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation (Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation) (ABl. L 201 vom 31.7.2002, S. 37).
(27) Richtlinie 97/67/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Dezember 1997 über gemeinsame Vorschriften für die Entwicklung des Binnenmarktes der Postdienste der Gemeinschaft und die Verbesserung der Dienstequalität (ABl. L 15 vom 21.1.1998, S. 14).
(28) Verordnung (EU) 2018/644 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. April 2018 über grenzüberschreitende Paketzustelldienste (ABl. L 112 vom 2.5.2018, S. 19).
(29) Verordnung (EU) 2019/515 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. März 2019 über die gegenseitige Anerkennung von Waren, die in einem anderen Mitgliedstaat rechtmäßig in Verkehr gebracht worden sind, und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 764/2008 (ABl. L 91 vom 29.3.2019, S. 1).
(30) Durchführungsbeschluss (EU) 2019/417 der Kommission vom 8. November 2018 zur Festlegung von Leitlinien für die Verwaltung des gemeinschaftlichen Systems zum raschen Informationsaustausch „RAPEX“ gemäß Artikel 12 der Richtlinie 2001/95/EG über die allgemeine Produktsicherheit und für das dazugehörige Meldesystem (ABl. L 73 vom 15.3.2019, S. 121).
(31) Verordnung (EU, Euratom) 2018/1046 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juli 2018 über die Haushaltsordnung für den Gesamthaushaltsplan der Union, zur Änderung der Verordnungen (EU) Nr. 1296/2013, (EU) Nr. 1301/2013, (EU) Nr. 1303/2013, (EU) Nr. 1304/2013, (EU) Nr. 1309/2013, (EU) Nr. 1316/2013, (EU) Nr. 223/2014, (EU) Nr. 283/2014 und des Beschlusses Nr. 541/2014/EU sowie zur Aufhebung der Verordnung (EU, Euratom) Nr. 966/2012 (ABl. L 193 vom 30.7.2018, S. 1).
(32) Verordnung (Euratom, EG) Nr. 2185/96 des Rates vom 11. November 1996 betreffend die Kontrollen und Überprüfungen vor Ort durch die Kommission zum Schutz der finanziellen Interessen der Europäischen Gemeinschaften vor Betrug und anderen Unregelmäßigkeiten (ABl. L 292 vom 15.11.1996, S. 2).
(33) Verordnung (EU, Euratom) Nr. 883/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. September 2013 über die Untersuchungen des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (OLAF) und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1073/1999 des Europäischen Parlaments und des Rates und der Verordnung (Euratom) Nr. 1074/1999 des Rates (ABl. L 248 vom 18.9.2013, S. 1).
(34) Richtlinie 85/374/EWG des Rates vom 25. Juli 1985 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Haftung für fehlerhafte Produkte (ABl. L 210 vom 7.8.1985, S. 29).